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Gicht – Purinarme Ernährung
Eine wichtige Rolle spielt bei der Gicht (medizinisch: Arthritis urica oder Urikopathie) die Ernährung. Mit unserer Nahrung nehmen wir täglich Purine auf. Diese Eiweißbausteine sind vor allem in tierischem Eiweiß enthalten und werden im menschlichen Körper zu Harnsäure abgebaut. Werden zu viele Purine aufgenommen, steigt der Harnsäurespiegel. Eine purinarme Ernährung ist deshalb die Basis jeder Gicht-Behandlung. Manchmal können dadurch sogar Tabletten eingespart werden – oder sind im besten Falle gar nicht mehr nötig. Bei der primären Gicht ist eine lebenslange Diät Pflicht.Fragen Sie Ihren Arzt nach der richtigen Diät.Durch eine purinarme Ernährung wird die Purin-Zufuhr auf 500 Milligramm am Tag begrenzt. Bei einer streng purinarmen Diät dürfen höchstens 300 Milligramm Purin pro Tag und nicht mehr als 2000 Milligramm Purin pro Woche aufgenommen werden. Wie streng Ihre purinarme Diät sein muss, besprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt. Grundregeln der Gicht-Diät Verzichten Sie auf purinreiche Lebensmittel wie Innereien oder Meeresfrüchte sowie die Haut von Geflügel, Schwein und Fisch. Essen Sie höchstens einmal am Tag Fleisch, Fleischwaren oder Fisch (maximal 100 Gramm). Als Eiweißquelle dienen fettarme Milchprodukte. Schränken Sie Ihren Alkoholkonsum drastisch ein. Alkohol spielt im Harnsäurestoffwechsel eine fatale Doppelrolle: Er fördert die Bildung von Harnsäure in der Leber und bremst ihre Ausscheidung über die Nieren. Ein Gichtanfall ist deshalb auch oft die Folge von übermäßigem Alkoholgenuss. Halten Sie sich vor allem bei Bier zurück: Es enthält zusätzlich zum Alkohol einen Stoff namens Guanosin, der den Harnsäurespiegel weiter in die Höhe treibt. Trinken Sie ausreichend. Trinken Sie mindestens anderthalb bis zweieinhalb Liter am Tag, am besten Mineralwasser und Tee. Wenn Sie an heißen Sommertagen oder beim Sport stark schwitzen, muss die Trinkmenge entsprechend größer sein. Wichtig ist, dass Sie kontinuierlich trinken – nach Möglichkeit auch nachts, besonders dann, wenn Sie zur Bildung von Harnsäuresteinen neigen. Aber Vorsicht: Verzichten Sie auf fructosehaltige Fruchtsäfte. Denn Fruchtzucker erhöht ebenfalls den Harnsäurespiegel. Nehmen Sie an Gewicht ab. Ersetzen Sie beim Essen Quantität durch Qualität. Gicht galt lange Zeit als Wohlstandkrankheit. Besonders Übergewichtige leiden darunter. Sie sind auch öfter von anderen Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes mellitus und Fettstoffwechselstörungen geplagt. Bemühen Sie sich deshalb, Ihr Optimalgewicht zu erreichen und zu halten. Eine radikale Nulldiät ist allerdings wenig hilfreich: Sie kann einen Gichtanfall auslösen. Außerdem ist eine so erreichte Gewichtsabnahme meist nur von kurzer Dauer. Eine kontinuierliche und dauerhafte Gewichtsreduktion erreichen Sie, wenn Sie Ihre tägliche Energiezufuhr um 500 bis 800 Kilokalorien reduzieren. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt und konsultieren Sie eine Diätberatung, bevor Sie mit dem Abnehmen beginnen. Kaffeegenuss lässt den Harnsäurespiegel im Blut sinken. Das gilt sowohl für koffeinhaltigen als auch für koffeinfreien Kaffee. Die empfohlene Tagesmenge beträgt etwa vier bis sechs Tassen. Die Wirkung wird vermutlich durch Stoffe im Kaffee verursacht, denn eine Studie zeigte: Bei Tee tritt diese Wirkung nicht ein. Purine sind in Innereien wie Leber, Niere, Bries, Lunge sowie in tierischer Haut enthalten. Es gibt allerdings auch purinreiche pflanzliche Lebensmittel wie Linsen, Erbsen und Bohnen, an denen Sie ebenfalls sparen müssen. Den Purin- und Nährwertgehalt verschiedener Lebensmittel erfahren Sie aus unserer Tabelle "Harnsäure- und Energiegehalt von Lebensmitteln". Harnsäure- und Energiegehalt von Lebensmitteln.pdf
Diabetes Typ 2 – Alpha-Glukosidasehemmer (Acarbose, Miglitol)
Acarbose und Miglitol sind beides Alpha-Glukosidasehemmer. Das sind Arzneimittel, die die Spaltung von Kohlenhydraten, die alpha-glykosidisch gebunden sind, hemmen. Sie blockieren bestimmte Verdauungsenzyme im Darm und verzögern die Spaltung von Kohlenhydraten, zum Beispiel von Stärke, Malz- und Haushaltszucker, in Einfachzucker (Glukose). Dies verlangsamt die Aufnahme von Zucker über den Dünndarm. Dadurch steigt nach einer Mahlzeit der Blutzuckerspiegel nicht so stark an und Blutzuckerspitzen treten nicht auf. Nach einigen Wochen Therapie sinkt auch der Nüchternblutzucker. Zudem wirken beide Medikamente positiv auf die Blutfette: Sie senken das „schlechte“ LDL-Cholesterin und erhöhen das „gute“ HDL-Cholesterin. Indikation – Für wen sind Alpha-Glukosidasehemmer geeignet? Acarbose oder Miglitol werden bei Diabetes mellitus als Zusatztherapie zusammen mit einer Diät eingesetzt. Sie sind besonders zur Therapie bei Typ-2-Diabetikern mit Übergewicht geeignet. Alpha-Glukosidasehemmer können auch zusammen mit anderen Medikamenten zur Therapie des Diabetes eingesetzt werden. Acarbose kann auch schon bei Vorstufen von Diabetes mellitus Typ 2 helfen: Durch die Einnahme des Medikaments zusammen mit einer Umstellung des Lebensstils scheint es möglich, den „Aufstieg" zum manifesten Diabetes Typ 2 zu verzögern oder sogar zu verhindern. Kontraindikationen – Wann sollten Alpha-Glukosidasehemmer nicht genommen werden? Bei chronischen Darmerkrankungen, schweren Leberfunktionsstörungen oder schwerer Niereninsuffizienz sowie während der Schwangerschaft und Stillzeit sollten keine Alpha-Glukosidasehemmer genommen werden. Nebenwirkungen – Welche treten unter Alpha-Glukosidasehemmern auf? Bei der Einnahme von Acarbose oder Miglitol können Blähungen, Durchfall und Bauchschmerzen, seltener auch Übelkeit auftreten. Die Nebenwirkungen entstehen dadurch, dass weniger Kohlenhydrate im Dünndarm aufgenommen werden. Sie werden in den Dickdarm weitertransportiert und von der dortigen Bakterienflora vergärt (was die unerwünschten Wirkungen hervorruft). Diese Nebenwirkungen können durch eine „einschleichende" Therapie, das heißt eine anfangs geringe Dosierung, vermindert werden. Für jeden Patienten muss individuell bestimmt werden, ob und welche Dosis an Alpha-Glukosidasehemmern er verträgt. Besonderheiten, Vorteile, Nachteile – Was ist bei Alpha-Glukosidasehemmern zu beachten? Um Magen-Darm-Beschwerden zu vermeiden, wird die Therapie mit einer niedrigen Dosierung begonnen. Eingenommen werden Acarbose oder Miglitol zum Essen mit den ersten Bissen der Nahrung. Alpha-Glukosidasehemmer allein können keine Unterzuckerung auslösen, aber in Kombination mit Insulin und /oder Sulfonylharnstoffen kann diese eintreten. Dann muss, wie allgemein bei Unterzuckerungen, Glukose (Traubenzucker) gegeben werden. Haushaltszucker wirkt nicht schnell genug und wegen der Wirkung von Acarbose beziehungsweise Miglitol noch langsamer.
Diabetes Typ 2 – Biguanide (Metformin)
Das Wort „Biguanide“ bezeichnet eine Gruppe von Stoffen nach ihrer chemischen Struktur. Metformin ist momentan das einzige Biguanid, das in der Therapie von Diabetes mellitus Typ 2 Verwendung findet. Wirkmechanismus – Wie senken Biguanide den Blutzucker? Metformin verbessert den Kohlenhydratumsatz: Es bremst die Zuckerneubildung in der Leber und die Aufnahme von Kohlenhydraten aus dem Darm, fördert den Transport von Glukose in Muskelzellen und verbessert die Insulinwirkung. Dadurch wird der Blutzucker gesenkt. Daneben beeinflusst Metformin die Blutfettwerte positiv: Es senkt die Triglyzeride und das LDL-Cholesterin. Zusätzlich begünstigt Metformin die Gewichtsabnahme bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2. Indikation – Für wen sind Biguanide geeignet? Metformin wird als „Mittel der ersten Wahl“ bei Diabetes mellitus Typ 2 eingesetzt. Die Therapie mit Metformin ist besonders zur Behandlung von Typ-2-Diabetikern mit Übergewicht geeignet, wenn durch Diät und Bewegung allein keine ausreichende Blutzucker-Einstellung erreicht werden konnte, aber auch normalgewichtige Diabetiker werden mit Metformin behandelt. Haben Patienten auch ein metabolisches Syndrom, profitieren sie mehrfach: Metformin senkt neben dem Blutzucker auch die Blutfettwerte, vermindert das Risiko einer Arteriosklerose und hilft beim Abnehmen. Dadurch werden Schlaganfall oder Herzinfarkt seltener. Metformin kann auch in Kombination mit anderen oralen Antidiabetika oder Insulin angewendet werden. Kontraindikationen – Wann sollten Biguanide nicht genommen werden? Zur Vermeidung von Nebenwirkungen darf Metformin bei Nierenschwäche, Erkrankungen von Leber und Bauchspeicheldrüse, schwerer Herzinsuffizienz, Lungeninsuffizienz oder Alkoholismus nicht eingenommen werden. Bei Operationen, schweren fiebrigen Erkrankungen, einem Herzinfarkt oder Röntgenkontrastmittel-Untersuchungen soll die Therapie mit Metformin unterbrochen werden. Auch in der Schwangerschaft ist Metformin ungeeignet, in der Stillzeit ist es ebenfalls nicht erlaubt. Nebenwirkungen – Welche treten unter Biguaniden auf? Zu Beginn der Behandlung mit Metformin kann es zu Magen-Darm-Beschwerden kommen. Eine seltene, aber schwere Nebenwirkung von Biguaniden ist die sogenannte Laktatazidose, eine Übersäuerung des Blutes. Sie kann bei Nichtbeachtung der Kontraindikationen auftreten und beginnt erst nach längerer Einnahme. Die Anzeichen sind zunächst unspezifisch Müdigkeit, Schwäche und auch Magen-Darm-Beschwerden, später dann Muskelkrämpfe, Bewusstseinsstörungen und Fieber. Dieser Zustand ist lebensbedrohlich. Metformin senkt die Aufnahme von Vitamin B12 aus dem Dünndarm. Nach längerer Therapie ist eine Kontrolle dieses Vitamins ratsam. Besonderheiten, Vorteile, Nachteile – Was ist bei Biguaniden zu beachten? Wegen möglicher vorübergehender Magen-Darm-Unverträglichkeiten wird die Therapie „einschleichend“ mit niedriger Anfangsdosierung begonnen. Die Gefahr einer Unterzuckerung besteht bei Metformin praktisch nicht.
Herzerkrankungen/Alltag – Häufige Fragen
Dr. med. Lars Holmer, niedergelassener Internist aus Berlin, beantwortet wichtige Fragen für Herzpatienten. Was sind die besonderen Probleme von Herzpatienten? Dr. med. Lars Holmer:Häufig kommen herzkranke Patienten mit Fragen zu mir. Meist sind dies Patienten mit einer Herzkranzgefäßverengung, einer koronaren Herzkrankheit, Herzinfarktpatienten, oder Patienten mit einer mehr oder weniger stark ausgeprägten Herzschwäche. Sie sind oft ängstlich und verlieren durch die Krankheit an Selbstbewusstsein. Im Vergleich zu Gesunden fühlen sie sich weniger leistungsstark und abhängiger von Ärzten und Medikamenten. Hinzu kommt die Angst vor einem plötzlichen Herzversagen, das Bewusstsein der "Motor" könne plötzlich versagen. Herzrhythmusstörungen oder Herzbeklemmung sind oft mit Todesangst verbunden. Was raten Sie diesen Patienten? Dr. med. Lars Holmer:Zunächst versuche ich die Patienten gut und verständlich über ihre Krankheit zu informieren. Sich zurechtzufinden und wichtige Fachbegriffe verstehen zu können, hilft sich zu orientieren und ermöglicht mehr Eigenverantwortung und Sicherheit im Leben mit der Krankheit. So wächst auch wieder ein besseres Selbstbewusstsein. Ein Vergleich mit anderen, vor allem mit gesunden, ist für einen Herzpatienten nicht sinnvoll. Der Patient sollte auf sich schauen und hier vor allem auf das, was er kann und hat.Er muss lernen, die Situation zu akzeptieren, anstatt mit ihr zu hadern. Um auch mit der Krankheit gut zu leben, ist es wichtig, sich auf sich und das Hier und Jetzt zu konzentrieren. Auf die Möglichkeiten und Fähigkeiten, die vorhanden sind, und nicht auf die Defizite. Wer seine Grenzen enger steckt als sie in Wirklichkeit sind, engt sich ein. Die meisten tun dies leider. Bewegung und Sport, ja sogar in manchen Fällen Krafttraining, gehören heute selbstverständlich zu der Therapie Herzkranker dazu. Unter ärztlicher Aufsicht lernen Herzkranke dabei ihre eigenen Grenzen auszuloten und langsam zu erweitern. Ein Fortschritt. Noch vor wenigen Jahrzehnten verbot man Herzkranken jegliche körperliche Anstrengung. Zu viel Anstrengung ist doch auch nicht gut. Wie erkennt der herzkranke Patient dann aber seine Leistungsgrenzen? Dr. med. Lars Holmer:Die Belastbarkeit im Alltag und beim Sport sollte der behandelnde Hausarzt oder Kardiologe gemeinsam mit dem Patienten ermitteln. Zunächst einmal ist die Schilderung der Symptome seitens des Patienten bei verschiedenen Belastungen wichtig: Wie viele Treppen kann er oder sie wie schnell steigen? Gibt es Symptome wie Atemnot, Beklemmungsgefühl oder Brustschmerz bei emotionalem Stress? Treten Symptome auch in völliger körperlicher Ruhe auf? Mithilfe des Belastungs-EKG, auch Ergometrie genannt, oder – in speziellen Fällen – der Stress-Echokardiographie, eine Ultraschalluntersuchung des Herzens unter Einfluss einer Substanz, die die Herzaktion antreibt, stellt der Arzt dann fest, bei welcher körperlichen Belastung Herz oder Blutdruck Probleme bereiten. Da sich die Leistungsfähigkeit abhängig vom Umgang mit Risikofaktoren wie Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen aber auch der medikamentösen Therapie und der Art der Erkrankung verändert, sollte eine Ergometrie in regelmäßigen Abständen und bei einer Verschlechterung der Symptome veranlasst werden. Kann der Patient auch bevor er Symptome entwickelt wissen, ob sich die Herzfunktion verschlechtert? Dr. med. Lars Holmer:In manchen Fällen ja. Patienten mit einer behandelten Herzinsuffizienz rate ich, sich täglich zu wiegen. Eine Gewichtszunahme von zwei Kilogramm innerhalb weniger Tage kann schon auf eine Zunahme der Herzschwäche hinweisen. Dann sollte auf jeden Fall der Arzt informiert werden. Abschließend: Was würden Sie den herzkranken Patienten wünschen? Dr. med. Lars Holmer:In den letzten zwei Jahrzehnten ist sehr viel Positives auf dem Gebiet der Rehabilitation herzkranker Patienten, der Notfallmedizin und der medikamentösen Therapie und der Prävention von Herz-Kreislauf-Krankheiten geschehen. Das größte Problem sehe ich in der oft immer noch ungenügenden Aufklärung und Kommunikation zwischen Ärzten und Patienten. Hieran scheinen auch verordnete Fortbildungen und Qualitätsmanagement nichts zu ändern. Eine verständnis- und vertrauensvolle Arzt-Patienten-Beziehung ist die Voraussetzung für eine gute Therapie.
Schwangerschaftsbeschwerden – Schwangerschaftsdiabetes
Als Schwangerschaftsdiabetes (oder Gestationsdiabetes) bezeichnet man eine Stoffwechselstörung, die während der Schwangerschaft auftritt und nach der Geburt meist wieder verschwindet. Etwa fünf bis zehn Prozent der Schwangeren sind davon betroffen. Wird der Schwangerschaftsdiabetes rechtzeitig erkannt und behandelt, kann das Risiko für Mutter und Kind gering gehalten werden. Ursachen eines Schwangerschaftsdiabetes Die Ursachen liegen einerseits in verschiedenen Schwangerschaftshormonen, die den Blutzuckerspiegel erhöhen können (zum Beispiel Östrogen, humanes Plazentalaktogen). Andererseits spielt unausgewogene Ernährung eine Rolle. Die Ausschüttung von Insulin erfolgt dann verzögert und die Empfindlichkeit der Organe für Insulin ist herabgesetzt. Die Folge sind erhöhte Blutzuckerwerte nach den Mahlzeiten. Das Risiko für Schwangerschaftsdiabetes wird durch folgende Faktoren erhöht: Übergewicht und Fehlernährung, Diabetes mellitus Typ 2 in der engeren Familie, eigenes Geburtsgewicht höher als 4.000g, wiederholte Fehlgeburten, vorausgegangene Geburt mit mehr als 4.000g, Alter der Mutter über 30 Jahre Symptome eines Schwangerschaftsdiabetes Schwangerschaftsdiabetes verläuft meist ohne typische Symptome und betrifft eher die Entwicklung des Kindes und die Geburt. Durch die erhöhten Blutzuckerwerte produziert das Ungeborene vermehrt Insulin und speichert dadurch verstärkt Zucker und Fett im Körper – der Fötus wird dicker und größer. Gleichzeitig produziert er mehr Urin, wodurch sich die Fruchtwassermenge erhöht. So steigt das Risiko für eine Frühgeburt und die Größe des Kindes kann die Geburt erschweren. Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes werden daher häufiger per Kaiserschnitt oder Saugglocke entbunden. Weil außerdem die Durchblutung des Mutterkuchens (Plazenta) und somit die Sauerstoffversorgung des Kindes gestört sein kann, haben die Kinder ein erhöhtes Risiko für eine Entwicklungsverzögerung. Außerdem treten bei werdenden Müttern mit Gestationsdiabetes häufiger Harnwegsinfekte und Bluthochdruck auf. Therapie des Schwangerschaftsdiabetes Sobald die Diagnose Schwangerschaftsdiabetes gestellt ist, muss der Stoffwechsel richtig eingestellt werden. Meist genügt als Therapie eine vollwertige, gesunde Ernährung. Wichtig sind auch körperliche Bewegung und regelmäßige Blutzuckerkontrollen. In etwa 15 Prozent der Fälle muss jedoch zusätzlich Insulin gegeben werden. Ist der Blutzucker gut eingestellt, lassen sich die Risiken für Mutter und Kind auf die in einer normalen Schwangerschaft bestehenden senken. Gestationsdiabetes verschwindet meist nach der Schwangerschaft wieder. Allerdings hat ein Teil der Frauen ein erhöhtes Risiko, später in ihrem Leben an Diabetes mellitus zu erkranken: Etwa ein Drittel der Betroffenen entwickeln die Stoffwechselkrankheit nach zehn Jahren, meist Diabetes mellitus Typ 2.
Wechseljahre – Hormonersatztherapie
Noch vor wenigen Jahren war die Hormongabe Standardtherapie bei Wechseljahresbeschwerden: Die Hormonersatztherapie (HET) hatte nicht nur den Ruf, gegen typische Beschwerden in den Wechseljahren zu wirken. Es hieß, sie senke auch das Risiko für Osteoporose sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Demenz. Inzwischen wird die HET Frauen in den Wechseljahren (Klimakterium) nur noch selten verschrieben. Was führte zu ihrem Rückgang? Erhöhtes Brustkrebsrisiko durch Kombinationspräparate Skepsis auf breiter Front brach aus, als im Juni 2002 die US-amerikanische Studie Womans Health Initiative (WHI) veröffentlicht wurde, an der rund 16.000 Frauen im Alter von 50 bis 79 Jahren beteiligt waren. Es zeigte sich, dass die HET das Risiko für Brustkrebs erhöhte. Die Million Women Study der Universität Oxford (Großbritannien) von 2003 bestätigte dieses Ergebnis. Studie: Hormonersatztherapie schlecht für Kreislauf und Gehirn Das Risiko für Schlaganfall, Lungenembolie und Venenthrombosen steigt ebenfalls durch eine HET, ergab die WHI-Studie. Ein Studienarm der WHI-Studie machte außerdem deutlich: Die Gefahr von Hirnleistungsstörungen erhöht sich bei Frauen über 65 Jahren durch die Kombinationspräparate etwa um den Faktor 2. Außerdem zeigte sich eine Zunahme von Gallenerkrankungen unter der HET.Die WHI förderte allerdings auch Positives zu Tage: Darmkrebs und Gebärmutterkrebs sowie Osteoporose treten unter der HET etwas seltener auf. Nach Einschätzungen von Experten wiegen diese Vorteile die Nachteile einer Hormonersatztherapie aber nicht auf. Ob während einer HET Nebenwirkungen wie Brustkrebs oder Schlaganfall auftreten, hängt vor allem auch vom Alter der Patientin sowie von Risikofaktoren wie Rauchen oder Übergewicht ab. Hormone nur bei extremen Beschwerden in den Wechseljahren Brustkrebs, Schlaganfall, Thromboembolien – angesichts dieser Risiken hat die Hormonersatztherapie (HET) als Standardtherapie bei Beschwerden in den Wechseljahren ausgedient. Zwar meinen einige Mediziner, die negativen Ergebnisse der US-Studie Woman´s Health Initiative (WHI) seien mit Vorsicht zu betrachten. Sie verweisen zum Beispiel auf das hohe Eintrittsalter der Studienteilnehmerinnen sowie auf nicht berücksichtigte Vorbehandlungen und Risikofaktoren. Trotzdem sind sich offizielle Stellen in Deutschland wie die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) und das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) einig: Gynäkologen sollten Frauen in den Wechseljahren Hormonpräparate nur noch in Ausnahmefällen verschreiben. Hormonersatztherapie nicht als Langzeittherapie Heute wird eine HET in der Regel nur noch bei schweren Wechseljahresbeschwerden nach Abwägung des Nutzens gegen die individuellen Risiken durchgeführt: Die HET beginnt mit der niedrigsten Dosis. , Die Hormonersatztherapie sollte keine Langzeittherapie sein., Der Arzt sollte regelmäßig versuchen, die Dosis zu reduzieren und die Hormonersatztherapie schließlich ganz wegzulassen (Auslassversuche) Leichtere Beschwerden in den Wechseljahren können beispielsweise gut mit Naturheilmitteln behandelt werden. Alternativen zur Behandlung von Osteoporose Noch vor wenigen Jahren haben manche Ärzte die Hormonersatztherapie auch bei erhöhtem Risiko für Osteoporose – etwa aufgrund familiärer Veranlagung – verschrieben. Auch davon raten Experten ab. Für die medikamentöse Behandlung von Osteoporose stehen hochwirksame Substanzen (Bisphosphonate der neueren Generation und SERMs) zur Verfügung, mit denen der postmenopausale Knochenschwund sehr wirksam bekämpft werden kann.
Coxarthrose – Lockerung der Prothese
Kommt es im Laufe der Jahre nach Einbau eines künstlichen Hüftgelenks zu einer Lockerung der Prothese, schreitet diese meist rasch fort und zwingt zu einer erneuten Operation. Abriebpartikel, eine unvermeidbare Korrosion des Metalls und andere Gewebereaktionen sowie die zwangsläufige Alterung des Knochenzements spielen eine große Rolle bei der Prothesenlockerung. Meist tritt die Lockerung jedoch erst nach vielen Jahren auf. Aber die Möglichkeit als solche muss immer in Betracht gezogen werden. Die Gefahr der Lockerung der Prothese ist der Hauptgrund, warum man gerade bei aktiven, jüngeren Patienten ein künstliches Hüftgelenk immer nur nach sehr genauer Abwägung einbauen sollte. Auch heute noch, nach langjähriger Erfahrung im Bereich der Hüftgelenksoperationen, ist es sehr schwer, genaue Richtwerte anzugeben, wie lange ein künstliches Hüftgelenk ohne Wechseloperation hält. Realistisch ist sind zehn bis 20 Jahre. Dies ist aber von zahlreichen individuellen Faktoren abhängig. Hierbei seien nur die Lebensweise des jeweiligen Patienten (Übergewicht) und die Belastung, die er seinem neuen Hüftgelenk abverlangt, zu erwähnen. Behandlungsmöglichkeiten bei der Lockerung der Prothese Der Wechsel der Hüftprothese nach einer Lockerung ist heute eine durchaus übliche, jedoch technisch schwierige und aufwendige Operation. Eine gute Operationsvorbereitung durch den Hausarzt ist hier von großer Bedeutung. Beim Wechseleingriff werden die gelockerte Prothese sowie der Zement entfernt, sodass wieder eine formschlüssige Verankerung der neuen Prothese im Knochen herbeigeführt werden kann. Häufig bestehen große Knochendefekte, die aufgefüllt werden müssen. Hierzu wird Eigenknochen des Patienten und/oder Material aus der sogenannten Knochenbank benutzt. Beim Wechsel der Hüftpfanne haben sich Stützringe und -schalen bewährt. Bei zahlreichen Wechseloperationen werden die neuen Prothesenkomponenten einzementiert. In einigen Kliniken wird nach einer Lockerung jedoch auch in der zementfreien Technik gewechselt. Das bleibt stets eine Einzelfallentscheidung des operierenden Arztes. Qualität des Knochens, Alter und Beweglichkeit des Patienten spielen hier eine Rolle.Gelegentlich wird es notwendig sein, den Oberschenkelschaft nach der Lockerung der Prothese noch mit einer außen am Oberschenkelknochen angeschraubten Edelstahl- oder Titanplatte zu verstärken. Das ist vor allem bei dünnen, geschwächten Knochen nötig, um auf diese Weise eine volle Belastungsfähigkeit zu erzielen. Weiter kann hierdurch einer möglichen Fraktur vorgebeugt werden, die mitunter schon bei geringer Beanspruchung auftreten kann. Es stehen für ausgewählte Sonderfälle spezielle, teilweise individuell angefertigte Prothesentypen (sogenannte Revisions- oder auch Tumorprothesen) zur Verfügung. Diese werden beim Verlust des hüftnahen Oberschenkelknochens eingesetzt. Prinzipiell sind mehrere Prothesenwechseloperationen aufgrund von Lockerungen an ein und demselben Hüftgelenk möglich. Die feste Verankerung der Prothese im Knochen wird jedoch mit jedem neuen Eingriff immer schwieriger, sodass manchmal eine dauerhafte Einheilung nicht mehr möglich ist. In bestimmten Einzelfällen kann noch eine Spezialprothese implantiert werden, deren dauerhafte Verankerung aber auch Probleme aufwirft. Mitunter ist es dann besser, die gelockerte Prothese auszubauen und eine sogenannte Girdlestone-Operation durchzuführen. Es ist sehr wichtig, dass Patienten mit einem neuen Hüftgelenk im jährlichen Abstand zur Nachuntersuchung gehen. Bei einer beginnenden Lockerung kann durch eine frühzeitig durchgeführte Wechseloperation größerer Schaden vermieden werden.
Coxarthrose – Therapie
Je nach Ursache einer Hüftgelenksarthrose ist besonders im Anfangsstadium eine konservative, also nichtoperative Therapie oft ausreichend wirksam. Sie kann die Symptome des Patienten häufig für einen gewissen Zeitraum lindern oder gar beseitigen. Weiterhin wird man versuchen, das Gelenk von außen so zu beeinflussen, dass Entzündungen oder Gelenkergüsse abklingen, die akuten Schmerzen verschwinden und sich die Beweglichkeit verbessert. Durch eine konsequente, richtig dosierte und sachgerecht durchgeführte krankengymnastisch-physiotherapeutische Therapie lassen sich die Beschwerden mitunter über Jahre zurückdrängen, so dass eine Operation vermieden werden kann oder aber erst später erforderlich wird. Klassische Maßnahmen zur Therapie der Hüftgelenksarthrose Zur klassisch konservativen Behandlung gehören auch sogenannte überwärmende Maßnahmen zur Verbesserung der örtlichen Durchblutung. Durch diese passiven Einwirkungen wird die Muskulatur, die das Gelenk umgibt, aufgelockert und die Schmerzen lassen nach. Fangopackungen, Heublumenauflagen und heiße Wickel seien als Beispiele genannt. Weiter können eine sinnvoll angewandte Kurzwellenbehandlung oder eine Ultraschall-Therapie zur Anwendung kommen. Heilbäder sind häufig sehr nützlich. Unterwassermassagen zur Lockerung der verspannten Muskulatur ermöglichen eine Verbesserung der Beweglichkeit. Schwimmen und Bewegungen im Wasser sind meist sehr hilfreich, da die schmerzhafte Gewichtsbelastung durch den Körperauftrieb entfällt. Außerdem gibt es eine Vielzahl an Medikamenten mit unterschiedlichem Wirkprofil, die zur Therapie einer Hüftgelenksarthrose eingesetzt werden können. Gewichtsreduktion Ein wesentlicher, immer wieder unterschätzter Gesichtspunkt beim Vorliegen einer Hüftgelenksarthrose ist das Anstreben von Normalgewicht. Starkes Übergewicht kann die Arthrose durch vermehrte Belastung des Gelenkes rasch verstärken.Die Gewichtsreduktion sollte daher unbedingt am Anfang der konservativen Therapie stehen. Nicht selten müssen die Patienten hier professionelle Hilfen in Anspruch nehmen. Dieser Hinweis gilt im Übrigen gleichermaßen für die operative Therapie der Hüftgelenksarthrose mit einer Endoprothese. Eine starke Gewichtszunahme nach Einbau eines künstlichen Hüftgelenks hat nachgewiesenermaßen negative Auswirkungen auf die Haltbarkeit und Standzeit der Endoprothese. Operative Therapie der Hüftgelenksarthrose Es kann sein, dass die konservativen Maßnahmen bei der Behandlung der Coxarthrose nicht zum gewünschten Ziel führen (Beschwerdelinderung, Verbesserung der Beweglichkeit). Dann müssen Arzt und Patient überlegen, ob nicht durch eine Operation eine Besserung der Schmerzen möglich ist. Bei der operativen Therapie der Hüftgelenksarthrose stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung. Die gängigsten sind die Umstellungsosteotomie, die Einsetzung eines Hüftgelenks oder eine bewusst herbeigeführte Versteifung des Gelenks. In seltenen Fällen wird die sogenannte Girdlestone-Operation angewandt. Die Forschung arbeitet darüber hinaus an neuen Behandlungsmethoden, die solche chirurgischen Eingriffe zukünftig überflüssig machen sollen.
Hyperhidrose
Bei Hyperhidrose schwitzen die Betroffenen unabhängig von Temperatur oder Jahreszeit übermäßig. Je nach Form der Erkrankung schwitzen sie entweder am ganzen Körper sehr stark, oder – und das kommt wesentlich häufiger vor – das Schwitzen begrenzt sich auf bestimmte Körperstellen, etwa die Achseln, die Hände oder Füße. Schwitzen – gesund oder krank? Schwitzen ist gesund. Denn durch Schwitzen reguliert unser Körper seine Temperatur. Wir schwitzen beim Sport, in der Sauna und bei heißen Außentemperaturen: unser Körper passt auf, dass wir nicht überhitzen. Generell ist Schwitzen ein gesunder Mechanismus unseres Körpers. Einige Menschen schwitzen jedoch mehr als andere: Hyperhidrose, übermäßiges Schwitzen, ist eine Krankheit, die bei Betroffenen einen großen Leidensdruck erzeugt. Vermehrt schwitzen ist noch nicht Hyperhidrose Doch auch in anderen Situationen kann es passieren, dass Hände und Achseln feucht werden. Bei psychischer Anspannung und Angst, aufgrund von Krankheiten oder wegen der Einnahme bestimmter Medikamente. Schweiß an sich ist relativ geruchlos. Den typischen Schweißgeruch erzeugen übrigens Körperbakterien, die ihn zersetzen. Wird das Schwitzen jedoch sehr stark, und leiden die Betroffenen massiv darunter, handelt es sich um Hyperhidrose. Primäre und sekundäre Form der Hyperhidrose Bei übermäßigen Schwitzen unterscheidet der Arzt zwischen zwei Formen: Primäre und sekundäre Form der Hyperhidrose. Als primär bezeichnet man Hyperhidrose dann, wenn keine Ursache für das übermäßige Schwitzen gefunden werden kann. Meist tritt primäre Hyperhidrose lokal auf, betrifft ausschließlich nur Hände, Füße und so weiter. Das ist die wesentlich häufigere Form der Hyperhidrose. Bei der sekundären Hyperhidrose dagegen ist die Ursache bekannt, etwa Schilddrüsenüberfunktion, Übergewicht, Diabetes, Wechseljahre und weiteres. Antitranspirantien und Iontophorese gegen Hyperhidrose Gegen Hyperhidrose gibt es eine ganze Reihe von Behandlungsmöglichkeiten. Bei leichteren Formen eignen sich Antitranspirantien, die Aluminiumchlorid in höherer Dosierung als herkömmliche Deodorants oder Antitranspirantien enthalten. Das Aluminiumchlorid in diesen Deo-Rollern, Cremes, Gelen oder Pudern dringt in die Haut ein und verschließt die Kanäle der Schweißdrüsen. Auch bei der Iontophorese werden die Schweißdrüsen vorübergehend verschlossen. Dabei müssen die betroffenen Körperteile – Hände oder Füße – in ein Wasserbad gehalten werden, durch das schwacher Gleichstrom fließt. Botulinumtoxin und Medikamente gegen Hyperhidrose Auch eine Injektion mit dem Faltenglätter Botulinumtoxin A kann die Nervenstimulation der Schweißdrüsen blockieren und das Schwitzen lässt nach. Die Wirkung hält je nach Patient allerdings nur etwa sechs Monate an. Außerdem muss man diese Behandlung selbst bezahlen. Medikamente zum Einnehmen gegen Hyperhidrose gibt es noch nicht. Beruhigungsmittel oder Anticholinerika können zwar gegen Hyperhidrose wirken, allerdings verfügen diese Medikamente auch über viele Nebenwirkungen. Einen Versuch wert sind Tabletten mit Salbeiextrakt und homöopathische Mittel. Operation gegen Hyperhidrose Als letzte Möglichkeit gibt es noch die Operation bei Hyperhidrose, wenn alle anderen Mittel versagt haben. Dabei werden Schweißdrüsen unter der Achsel abgeschabt oder abgesaugt (Subkutane axilläre Schweißdrüsenkürettage oder Subkutane axilläre Schweißdrüsensaugkürretage). Eine andere Möglichkeit besteht darin, das komplette Hautareal mit den überaktiven Schweißdrüsen herauszuschneiden oder sogar Nervenstränge zu durchtrennen (Minimalinvasive Sympathektomie oder Sympathikusblockade).
Lebererkrankungen – Ursachen/Risikofaktoren
Es gibt viele verschiedene Risikofaktoren, die die Leber schädigen können und somit Ursachen für Lebererkrankungen sind. Schadstoffe als Ursachen Die Leber ist ein Entgiftungsorgan, das Schadstoffe abbaut. Werden ihr jedoch mehr Gifte zugeführt, als sie verarbeiten kann, beeinträchtigt dies die Funktion der Leber und Lebererkrankungen entstehen. Beispielsweise können organische Lösungsmittel, die häufig in Farben, Spezialreinigern, Fleckenentfernungsmitteln sowie in Kunst- und Klebstoffen verwendet werden, die Leber schädigen. Auch Pestizide und Schwermetalle sind Ursachen für Lebererkrankungen. Vorsicht auch vor schimmeligen Lebensmitteln. Bestimmte Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen sind extrem giftig und können sich auch dann noch im Nahrungsmittel befinden, wenn die betroffenen Stellen entfernt wurden. Diese Gifte schädigen die Leber. Schimmelige Lebensmittel sollten deshalb immer weggeworfen werden. Medikamente als Ursachen Bestimmte Medikamente werden in der Leber abgebaut. Werden diese über einen längeren Zeitraum eingenommen, kann das die Leberfunktion stören. Beispielsweise können Schmerz- und Rheumapräparate, aber auch Schlaf- und Beruhigungsmedikamente zu Ursachen für Lebererkrankungen werden. Hormonpräparate belasten die Leber Auch Hormonpräparate – vor allem östrogenhaltige – die zur Verhütung eingesetzt werden, werden in der Leber abgebaut und können diese belasten. Bei einigen Frauen wird dann die Gallenausscheidung gestört, es kann zu Hautjucken und Gelbsucht kommen. Darüber hinaus erhöhen die Hormonpräparate die Gefahr für Blutgerinnsel (Thrombose) in den abführenden Lebervenen. In der Folge kann es zu einem Blutstau in der Leber kommen und diese stark anschwellen. Das ist sehr gefährlich und muss schnell behandelt werden. Kontrazeptiva (die Antibabypille) dürfen deshalb bei akuten und chronischen Lebererkrankungen nicht eingenommen werden. Alkohol – Ursache Nummer eins für Lebererkrankungen Alkohol ist Gift für die Leber: Er kann die Leberzellen schädigen und sogar zerstören. Deshalb ist Alkohol Ursache Nummer eins für Lebererkrankungen. Zudem verbraucht der Alkoholabbau vermehrt Sauerstoff. Der Leber steht nicht mehr genug Sauerstoff für die Fettverbrennung zur Verfügung, eine Fettleber entsteht. Die Kombination aus Alkohol, fettreichem Essen und Bewegungsmangel ist daher besonders schädlich.Die Leber ist äußerst regenerationsfähig. Jedoch kann sie die Folgen des Alkoholkonsums nur ausgleichen, solange er unregelmäßig und mäßig ist. Männer sollten nicht mehr als 20 Gramm Alkohol am Tag zu sich nehmen. Frauen riskieren schon bei mehr als 10 Gramm Alkohol täglich eine Schädigung ihrer Leber. Denn wie viel die Enzyme, die in der Leber für den Abbau von Alkohol verantwortlich sind, leisten können, hängt vom Geschlecht ab. Die Kapazität der Enzymsysteme ist darüber hinaus von den Genen abhängig. Die kritische Schwelle für die Alkoholmenge ist also nicht für alle Menschen gleich und kann auch noch niedriger liegen. Besonders wenn die Leber bereits durch Erkrankungen vorgeschädigt ist, können bereits kleine Mengen Alkohol schädlich sein – etwa bei einer chronischen Virushepatitis. Zehn Gramm Alkohol entsprechen etwa 200 Millilitern Bier oder 100 Millilitern Wein. Diabetes und metabolisches Syndrom als Ursachen Auch Diabetes mellitus und das metabolische Syndrom können Ursachen für Lebererkrankungen – besonders für eine Fettleber – sein. Unter dem metabolischen Syndrom versteht man das gleichzeitige Auftreten von Übergewicht, Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck und Insulinresistenz. Auf diese Weise hat also auch eine ungesunde Ernährung mit zu viel Zucker, Fett und Eiweiß einen Einfluss auf die Entstehung von Lebererkrankungen. Hepatitis: Meist Viren die Ursache Eine Leberentzündung (Hepatitis) wird häufig von Viren ausgelöst – genauer von Hepatitis A-, B-, C-, D- und E-Viren. Bei einigen dieser Viren sind verunreinigte Lebensmittel und Wasser Infektionsquellen, andere werden über die Körperflüssigkeiten infizierter Menschen übertragen. Eine Virushepatitis kann akut oder chronisch verlaufen.