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Lexikon der medizinischen Fachbegriffe – D



Da-Costa-Syndrom: benannt nach dem amerikanischen Militärarzt Da Costa Jacob Mendes (1833-1900). Der Begriff wird synonym für die Herzneurose gebraucht. Ursprünglich bezeichnet er aber vor allem solche Herzneurosen, die durch konkrete Traumata hervorgerufen werden – so wie bei dem Soldaten, an dem Da Costa das Syndrom das erste Mal beobachtet hatte.

DALY (Disability Adjusted Live Years): Summe der Lebensjahre, die durch eine Erkrankung potenziell verloren gehen, aber auch Summe des Verlustes an Produktivität im Arbeitsleben.

Darmdurchbruch (Darmperforation): Ein lebensgefährlicher Notfall, der eine sofortige Operation erfordert: Der Darm reißt, Stuhl gelangt in den Bauchraum und führt zur Entzündung des Bauchfells (Peritonitis).

Darmflora: Bakterielle Besiedlung des unteren Dünndarms des Dickdarms und des Mastdarms, die vor krankheitserregenden Keimen schützt.

Darreichungsform: Art der Zubereitung eines Wirkstoffs (z.B. Tabletten, Zäpfchen); sie bestimmt unter anderem Eintritt und Dauer der Wirkung; orale Darreichungsformen werden geschluckt und in der Regel über den Darm (enteral) aufgenommen; parenterale Darreichungsformen erreichen den Ort der Wirkung nicht durch Aufnahme über den Darm, sie werden beispielsweise in die Vene gespritzt.

Defibrillation: Therapie mittels Stromstößen gegen Herzrhythmusstörungen wie beispielsweise Kammerflimmern zur Wiederherstellung eines normalen Herzschlages.

Defibrillator: Elektrisches Gerät, das bei bestimmten Herzrhythmusstörungen das Herz durch Stromstöße wieder in den richtigen Rhythmus bringt.

Degeneration: Veränderungen eines Körpers, eines Zellverbandes oder einer Zelle, die deren Funktion oder Aussehen betreffen und im Vergleich zum Normalzustand eine Verschlechterung darstellen.

Dekubitalulkus (Mehrzahl: Dekubitalulzera): Dekubitus, Druckgeschwür der Haut oder Schleimhaut

Dekubitusprophylaxe: Maßnahmen zur Verhinderung von Druckgeschwüren durch Aufliegen bzw. Wundliegen

Demenz, frontotemporale (Morbus Pick): Die frontotemporale Demenz wird durch degenerative Veränderungen des Frontal- sowie des Temporallappens des Gehirns verursacht. Es besteht Ähnlichkeit zur Alzheimer-Krankheit, der Beginn ist bei der frontotemporalen Demenz jedoch meist rascher und der Verlauf eher kürzer.

Demenz, vaskuläre: Geistige Funktionsstörung. Ursache ist die Zerstörung von Hirngewebe aufgrund von Durchblutungsstörungen – beispielsweise aufgrund eines Schlaganfalls.

Demineralisierung (auch: Entmineralisierung): das durch Bakterien verursachte Herauslösen von Kalzium aus dem Zahnschmelz.

Demografie: Wissenschaft, die sich mit der Bevölkerungsentwicklung befasst, dabei werden räumliche und zeitliche Veränderungen untersucht.

Depressive Anpassungsstörung: Depressive Grundstimmung als Reaktion auf einschneidende Lebensereignisse wie Trennung vom oder Verlust des Partners. Erreicht niemals das Ausmaß einer echten Depression.

Dermatologie: Teilgebiet der Medizin. Beschäftigt sich mit der Behandlung von Erkrankungen der Haut.

Dermatom : Hautareal, das von einem Nerven versorgt wird, der dem Rückenmark entspringt.

DHEA - Dehydroepiandrosteron: Dehydroepiandrosteron – kurz DHEA – ist ein Hormon, das in der Nebennierenrinde produziert wird. Bei Männern wird es in Östrogen, bei Frauen in Testosteron umgewandelt. DHEA soll verschiedene positive Effekte haben – etwa auf Stimmung, Muskelmasse oder Sexualtrieb. DHEA wird oft als Anti-Aging Hormon angesehen. Da bisher jedoch keine Wirksamkeit hierfür sowie für die positiven Effekte nachgewiesen werden konnte, wird von Wissenschaftlern eine zusätzliche Einnahme nicht empfohlen.

Diabetes mellitus („Zuckerkrankheit“): Chronische Stoffwechselerkrankung, bei der der Blutzuckerspiegel erhöht ist, sich also zu viel Glukose im Blut befindet. Diabetes mellitus zeichnet sich durch absoluten Insulinmangel (Diabetes Typ 1) oder relativen Insulinmangel durch eine gestörte Wirkung des Insulins (Diabetes Typ 2) aus.

Diabetische Neuropathie: Sammelbegriff für diabetisch bedingte Nervenschädigungen

Diabetischer Fuß: Gefürchtete diabetische Folgeerkrankung mit Durchblutungs- und/oder Empfindungsstörungen des Fußes.

Diabetisches Koma (auch: hyperosmolares Koma bei Typ-2-Diabetes): Eine lebensgefährliche Stoffwechselentgleisung mit stark erhöhten Blutzuckerwerten und massiver Austrocknung des Körpers.

Diagnose: Benennung einer Krankheit oder Störung.

Diagnostika: Chemische Substanzen oder spezielle Tests zur Erkennung von Krankheiten oder Merkmalen

Dialyse: Blutreinigungsverfahren, das bei Nierenfunktionsverlust angewendet wird.

Diaphragma: Mechanische Barrieremethode durch Einführen einer Art Zwischenwand vor den Muttermund in Kombination mit einem Spermizid.


Diaphragma pelvis: Beckenbodenmuskulatur

Diastole: Füllungsphase des Herzens durch Erschlaffung des Herzmuskels, wobei Blut aus den Lungenvenen und der Hohlvene angesaugt wird.

diastolischer Blutdruck: Blutdruck während der Füllungsphase des Herzens; unterer, zweiter Wert bei der Blutdruckmessung

Diät: Kostplan nach ärztlicher Verordnung

Dickdarm und Mastdarm: Letzter Abschnitt des Verdauungstrakts, bestehend aus Blinddarm (Caecum), Grimmdarm (Kolon) und Mastdarm (Rektum); Ort, an dem Wasser und Mineralstoffe aus dem Nahrungsbrei wieder in den Organismus aufgenommen werden

Dickdarmerweiterung (Megakolon): Akute Erweiterung des Darms, die mit einer plötzlich auftretenden extremen Entzündung des Dickdarms einhergeht. Das toxische Megakolon ist eine lebensgefährliche Komplikation des Morbus Crohn, die sich unter anderem durch heftige Bauchschmerzen, einen beschleunigten Puls, hohes Fieber und eventuell sogar durch einen Schock äußert.

Differenzialblutbild: Eine besondere Form des Blutbildes, bei dem alle Blutkörperchen genauer untersucht werden. Dabei können sowohl die Zellart als auch deren Reifungsgrad festgestellt werden.

diffuse Alopezie: Haarausfall, der über den ganzen Kopf verteilt ist, Gesamtdichte des Haupthaares nimmt ab. Der diffuse Haarausfall ist nicht androgenetisch bedingt, es treten keine einzelnen kahlen Stellen auf.

Digitalisglykoside (Herzglykoside): Kommen auch in der Pflanzenwelt vor, beispielsweise im Fingerhut. Sie steigern die Schlagkraft des Herzens und senken die Herzfrequenz. Das Herz schlägt dadurch seltener, aber kräftiger und verbraucht weniger Sauerstoff und Energie. Zu den Glykosiden zählen das Digitoxin sowie das Digoxin und ihre synthetischen Abkömmlinge.

Dilatation: Erweiterung, zum Beispiel eines Blutgefäßes

distal: entfernt vom Körperstamm liegend

Diuretikum (Mehrzahl: Diuretika): Harntreibendes Medikament, das dem Körper Wasser und Mineralstoffe entzieht. So wird das Herz entlastet und der Blutdruck gesenkt.

DMARD (Disease Modifying Antirheumatic Drug): Disease Modifying Antirheumatic Drug steht für antirheumatische Medikamente, die die Krankheit modifizieren bzw. verändern können. Sie wirken also nicht nur auf die Symptome, sondern haben einen positiven Einfluss auf den Verlauf der Krankheit und können die Zerstörung der Gelenke bremsen.


DNS (engl. DNA): Desoxyribonukleinsäure; enthält die genetische Information, also das Erbgut von Zellen.

Dopamin: Ein wichtiger Nervenleitungs-Botenstoff (Transmitter). Dopamin gehört wie Adrenalin und Noradrenalin zur Gruppe der Katecholamine. Es hat eine anregende Wirkung am Herz-Kreislauf-System.

Doppler/Dopplersonografie/Doppleruntersuchung: Ultraschalluntersuchung – gibt Auskunft über den Blutfluss und damit indirekt über die Blutgefäße

Drainage: Im medizinischen Sinn häufig ein Ableiten pathologischer (=krankhafter) Flüssigkeitsansammlungen.

Drainageimplantat: Ein Implantat, das eine Art Bypass für das Kammerwasser im Auge darstellt.

Dranginkontinenz: Auch: Urge-Inkontinenz; unwillentliche Blasenentleerung aufgrund von unbeherrschbarem Harndrang

Dreigefäßerkrankung: Stenosen oder Verschlüsse in allen drei Herzkranzgefäßen

Druckulkus (Mehrzahl: Druckulzera): Wundliegen (siehe auch Dekubitalulkus, Dekubitus)

Drüsenzellen: Spezialisierte Zellen, die ein Sekret bilden.

DSM-IV (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders): Diagnostischer und statistischer Leitfaden der psychischen Erkrankungen in der IV. Version. Vor allem in den USA gebräuchliches Schema, nach dem psychische Erkrankungen eingeteilt werden.

Duktales Carcinoma in situ (DCIS): Eine langsam wachsende Krebsvorstufe in einem Milchgang. Hat sich noch nicht ins umliegende Gewebe ausgebreitet. Wird ein DCIS nicht behandelt, kann sich daraus ein invasives Karzinom (siehe dort) entwickeln.

duktales Mammakarzinom: von den Milchgängen ausgehendes Karzinom

Dünndarm: Abschnitt des Verdauungstrakts, bestehend aus Zwölffingerdarm (Duodenum), Leerdarm (Jejunum) und Krummdarm (Ileum); Ort, an dem die meisten Nährstoffe in den Körper aufgenommen werden.

Duplex-Scan/Duplexsonografie: Kombination von Dopplersonografie und B-Bild-Sonografie in einem Gerät.

Dura mater: harte Hirnhaut

Durchblutungsstörung: Störung der Blutpassage und damit auch der Nähr- und Sauerstoffversorgung. Auftreten beispielsweise durch Blutgerinnsel, die die Gefäße verschließen oder stark verengte Gefäße. Beim Gehirn mit der Gefahr eines Schlaganfalls verbunden.

Dysarthrie: Störung des Sprechens (nicht der Sprache!) durch Lähmung oder gestörtes Zusammenwirken der Sprechmuskulatur mit undeutlichem, verwaschenem Sprechen. Wortwahl und Wortverständnis sind nicht betroffen.

Dysästhesie: Missempfindung; verfälschte und oft als unangenehm empfundene Wahrnehmung von Berührungs-, Schmerz- oder Temperaturreizen

Dysphagie: Schluckstörung

Dysthymie: Depressive Grundstimmung, die über einen längeren Zeitraum anhält, dabei aber niemals das Ausmaß einer echten Depression erreicht.
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