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Therapie bei Bluthochdruck (Hypertonie): Medikamente



Reicht eine Änderung des Lebensstils nicht aus, den Blutdruck dauerhaft zu normalisieren, dann kommen Medikamente gegen erhöhten Blutdruck (Antihypertensiva) zum Einsatz.

Betroffene sollten sich stets im Klaren sein: Eine ausreichende Blutdrucksenkung ist allein durch die regelmäßige Tabletteneinnahme nicht gewährleistet, wenn die Lebensweise nicht gleichzeitig entsprechend angepasst wird.

Prinzipiell gilt: Entscheidend für die Therapie ist das individuelle Risiko des Patienten. Das bedeutet, dass Vorerkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall wie auch bereits eingetretene Organschäden in den Therapieplan einfließen und ein wesentlicher Faktor bei der Wahl des Präparats sind.

Ziel-Blutdruck – die optimalen Blutdruckwerte

Die Leitlinien der Europäischen Fachgesellschaften für Hypertonie und Kardiologie empfehlen, den Blutdruck auf Werte unter 140/90 mmHg zu senken. Andere Richtwerte gelten für Kinder, Jugendliche und Schwangere. Bei Kindern und Jugendlichen spielen Alter und Größe eine Rolle bei der Festlegung der Zielwerte. Eine Besonderheit gibt es bei Betroffenen, die zusätzlich an Diabetes mellitus leiden: Ihre diastolischen Werte sollten 85 mmHg nicht überschreiten. Bei Patienten, die älter als 80 Jahre sind, wird die Therapie je nach körperlicher verfassung angepasst.

Je nach individuellen Risiken, Begleiterkrankungen und Besonderheiten des Einzelnen werden auch höhere Werte toleriert. Dennoch: Jede weitere Senkung, die erreicht werden kann, ist von Nutzen. Bei 18 bis 65 Jahre alten Betroffenen sollte der systolische Wert zwischen 130 bis 120 mmHg und bei 65- bis 79-Jährigen zwischen 140 bis 129 mmHg liegen. Der diastolische, also der zweite Wert, sollte bei allen Menschen unter 90 mmHg liegen. Bestehen bereits Begleiterkrankungen sollte der diastolische Druck auf Werte von 80 bis 70 mmHg gesenkt werden. Unter einen Wert von 120/70 mmHg sollte der Blutdruck doch in keinem Fall gesenkt werden. Niedrige Blutdruckwerte lassen sich jedoch in vielen Fällen nur zum Preis von mehr Nebenwirkungen erreichen. Wie weit der Blutdruck gesenkt werden soll, ist daher immer eine individuelle Entscheidung, die der Arzt mit dem Patienten besprechen wird, um festzustellen, ob sie Vorteile für den Betroffenen mit sich bringt.

Generell wird der Arzt darauf achten, den Blutdruck nicht zu schnell zu senken. Diese Überlegung wird er in die Dosierung der Medikamente einfließen lassen. Entscheidend für das individuelle Tempo sind vor allem die Ausgangswerte des Betroffenen. Liegen sie sehr hoch, sollen die Zielwerte im Verlauf von Monaten erreicht werden, damit der Organismus sich an die veränderten Verhältnisse nach und nach anpassen kann.

Verlässliche Blutdrucksenkung mit bewährten Medikamenten

Folgende Substanzen kommen in der Blutdruckbehandlung hauptsächlich zum Einsatz:

Verschiedene medikamentöse Behandlungsstrategien sind möglich

  • Monotherapie: Beginn mit einem Medikament, das bei ungenügender Wirkung gegen ein anderes ausgetauscht werden kann.
  • Stufentherapie: Therapie mit zunächst einem Medikament, bei unzureichender Wirkung wird ein zweites dazugegeben.
  • Kombinationstherapie: Von Beginn an wird eine Kombination verordnet (zum Beispiel Betablocker plus Diuretikum).
Generell empfiehlt die Leitlinie bereits zu Beginn der medikamentösen Behandlung in den meisten Fällen eine Kombination von zwei, manchmal auch drei, Medikamenten. Der behandelnde Arzt wird die für Sie passenden Präparate auswählen.

Reserve-Medikamente bei unzureichender Blutdrucksenkung

Diuretika und Betablocker können bei Menschen mit Diabetes den Blutzuckerspiegel erhöhen – dann besteht ein höherer Insulinbedarf. Betroffene mit einer Zuckererkrankung oder mit einer gestörten Glucosetoleranz werden deshalb vorrangig mit ACE-Hemmern oder Angiotensin-Rezeptorantagonisten behandelt.

Hat der Betroffene bestimmte Begleiterkrankungen, die normalerweise vorrangig mit Betablockern therapiert werden, wird der Arzt individuelle Entscheidungen treffen und angepasste Therapiekombinationen wählen. Von einigen Alpha-I-Blockern ist wiederum bekannt, dass sie den Fettstoffwechsel verbessern, da sie den Cholesterinspiegel senken und den HDL-Spiegel erhöhen. Sie sind deshalb besonders für Hypertoniker mit Fettstoffwechselstörungen geeignet.

Die wichtigsten Medikamente bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen
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