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descriptionGrafik: Blutstrom
Die Stoffwechselerkrankung Diabetes mellitus nimmt zu: Rund jeder zehnte Deutsche ist bereits betroffen. Doch viele wissen nichts davon und leben mit einer „Zeitbombe“.
descriptionMann trinkt aus Wasserflasche
Starker Durst, Juckreiz oder Impotenz sind nur einige der vielen Anzeichen von Diabetes. Ob die Erkrankung vorliegt, zeigen Blut- und Urinuntersuchungen.
descriptionArzt hält Apfel
Aktive Mitarbeit des Patienten ist gefragt, wenn es darum geht, den Blutzucker mit gesunder Ernährung, ausreichender Bewegung und Medikamenten zu senken.
descriptionInsulinfläschchen
Insulin lässt sich auf verschiedene Weise verabreichen. Aber es werden auch andere Wirkstoffe und Verfahren entwickelt, etwa die Zelltransplantation.
descriptionHand halten
Für Menschen mit Diabetes ist die aktive Unterstützung von Freunden und Familie wichtig. Die ideale Kost: Viel Obst und Gemüse, wenig Eiweiß und Fett.
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Ernährung und Alltag mit Diabetes mellitus

Mit einem gut eingestellten Blutzuckerspiegel können Menschen mit Diabetes ein Leben ohne Einschränkungen führen. Dabei hilft es vor allem, gut informiert zu sein – beispielsweise über den Nährstoffgehalt von Lebensmitteln, aber auch mögliche Risiken in der Schwangerschaft, auf Reisen oder bei Infektionen.


Im Überblick



Vor allem Typ-2-Diabetiker könnten vielfach allein durch die richtige Ernährung und mehr körperliche Bewegung den Diabetes in den Griff bekommen: Vollwertige Mischkost mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten. Fleisch sollte dagegen nur in Maßen genossen werden – eine Ernährung also, wie sie jedem Gesunden auch empfohlen wird. Außerdem ist die richtige Auswahl der Getränke wichtig.

Kohlenhydrate wirken als Energielieferanten direkt auf den Blutzuckerspiegel und sind daher für die Ernährung bei Diabetes zentral. Gute Kohlenhydrate aus Vollkornprodukten sowie Obst- und Gemüsesorten mit niedrigem glykämischem Index beeinflussen den Blutzucker günstig und enthalten Vitamine, Mineralien und reichlich Ballaststoffe.

Ist ein Diabetiker insulinpflichtig oder nimmt er andere Arzneimittel, müssen Ernährung und Medikamente aufeinander abgestimmt sein.

Übergewicht ist eine wichtige Ursache für Diabetes Typ 2. Zu viel Körperfett macht Zellen für Insulin unempfindlicher, der Blutzuckerspiegel steigt. Um das richtige Gewicht zu erreichen, sollte jeder Diabetiker seinen individuellen Energieverbrauch kennen: Der tägliche Bedarf an Energie (sprich Kalorien) hängt von Körpergröße, Körpergewicht und Leistung ab.

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Gute Kohlenhydrate und Ballaststoffe halten den Blutzucker stabil

In der Regel essen wir zu wenig Kohlenhydrate, dafür aber zu viel Eiweiß und Fett. Gerade für Menschen mit Diabetes sollten Kohlenhydrate mit 45-60 Prozent der Tagesenergie die wichtigste Energiequelle sein. Lebensmittel liefern gute Kohlenhydrate, wenn sie reichlich Ballaststoffe enthalten. Etwa 40 g Ballaststoffe pro Tag genügen. Ein niedriger glykämischer Index ist ein weiteres Merkmal guter Kohlenhydrate.

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Stärke, Zucker, Ballaststoffe

Kohlenhydrate sind die einzigen Nährstoffe, die den Blutzucker direkt beeinflussen. Dazu zählen Stärke, Zucker und Ballaststoffe. Im Verdauungstrakt werden die Kohlenhydrate zu Traubenzucker (Glukose) umgewandelt, der dann direkt ins Blut geht.

Gute Kohlenhydrate halten den Blutzucker stabil: also Nahrungsmittel wie Gemüse, Obst und Vollkornprodukte, die reichlich Ballaststoffe enthalten. Weil sie nicht verwertet werden können, wirken Ballaststoffe günstig auf den Blutzucker. Der Grund: Sie verlangsamen die Aufspaltung der Kohlenhydrate in Glukose im Dünndarm.

Ballaststoffgehalt pflanzlicher Lebensmittel im Überblick (PDF von vitanet.de)

Niedriger glykämischer Index
Der Glykämische Index (GI) ist ein Maß für die Höhe des Blutzuckerspiegels nach einer Mahlzeit. Merkmal ballaststoffreicher Lebensmittel ist meist ein niedriger, also günstiger glykämischer Index: z.B. Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Gemüse und einige Obstsorten.

Glykämischer Index von Lebensmitteln im Überblick (PDF von vitanet.de)

Maßeinheiten für Kohlenhydrate: KE und BE

Eine Kohlenhydrateinheit (KE) entspricht 10 g, eine Broteinheit (BE) 12 g verwertbarer Kohlenhydrate ohne Ballaststoffanteil. Bei einer Kost mit 1.800 kcal täglich wären das 18–25 Kohlenhydrat-Portionen.

Kohlenhydrat-Austauschtabelle mit Angaben in BE für die wichtigsten Nahrungsmittel (PDF von vitanet.de)


Trinken Sie genug? Bei ballaststoffreicher Mischkost brauchen Sie täglich mindestens 2 Liter Flüssigkeit (Wasser oder ungesüßter Tee)!
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Zucker und alternative Süßungsmittel

Bis zu 50 g täglich an Haushaltszucker oder Honig sind bei Diabetes erlaubt. Naschen ist also nicht verboten: Bei Diabetes darf Zucker bis zu zehn Prozent der Tagesenergie liefern.

Kohlenhydrate sind nichts anderes als Zuckerbausteine in unterschiedlicher Zusammensetzung. Ein Überblick mit Beispielen:

Einfachzucker

Einfachzucker gehen direkt ins Blut und können daher bei Unterzucker lebensrettend sein:
  • Traubenzucker (Glukose): Baustein für Zwei- und Mehrfachzucker
  • Fruchtzucker (Fruktose): in Obst und Honig
  • Schleimzucker (Galaktose): in Muttermilch oder laktosefreier Milch

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Zweifachzucker
Zweifachzucker werden in Einfachzucker gespalten und dann erst ins Blut aufgenommen. Ihre Wirkung auf den Blutzucker ist unterschiedlich:
  • Haushaltszucker (Saccharose): z.B. in Honig oder Limonade, führt zu einem schnellen Blutzuckeranstieg. In Verbindung mit Fett (z.B. Schokolade, Milcheis) kommt es dagegen zu einem langsamen Blutzuckeranstieg.
  • Milchzucker (Laktose): z.B. in Milch, Käse, Joghurt, führt zu einem langsamen Blutzuckeranstieg.

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Vielfachzucker
Vielfachzucker werden mehrfach aufgespalten oder nicht verwertet. Der Blutzucker steigt sehr langsam oder gar nicht:
  • Stärke: z.B. in Vollkornprodukten, Gemüse, Hülsenfrüchten, führt zu einem sehr langsamen Blutzuckeranstieg.
  • Ballaststoffe: z.B. Zellulose-Fasern und -Schalen oder Pektin aus pflanzlichen Nahrungsmitteln, führen zu keinem Blutzuckeranstieg.

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Alternative Süßungsmittel: Süßstoff und Zuckeraustauschstoffe
Menschen mit Diabetes müssen auf Süßes nicht verzichten: Es gibt genügend alternative Süßungsmittel mit geringem Energiegehalt, die den Blutzucker nur gering oder gar nicht erhöhen. Doch nicht jeder Zuckerersatz ist als Süßungsmittel bei Diabetes geeignet.

Die süßen Alternativen im Überblick:

Süßstoff
Die Süßkraft von Süßstoff ist deutlich stärker als von Saccharose (Haushaltszucker). Süßstoff ist kalorienfrei, d.h. hat keine Wirkung auf den Blutzucker: Aspartam, Acesulfam-K, Cyclamat, Neohesperidin DC, Sacharin, Sucralose, Thaumatin sind gute Alternativen zum Zucker.

Zuckeraustauschstoffe
Fruktose und die Zuckeralkohole Lactit, Isomalt, Maltit, Mannit, Sorbit, Xylit zählen zu den Zuckeraustauschstoffen. Diese erhöhen den Blutzucker zwar nur langsam, enthalten aber leider Kalorien. Weiterer Nachteil: Zuckeralkohole können Blähungen und Durchfall verursachen. Für Diabetiker haben Zuckeraustauschstoffe daher keine Vorteile.
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Fette bei Diabetes

Fett ist ein vielfältiger und lebenswichtiger Nährstoff. Zahlreiche Vitamine kann der Körper ohne Fett nicht aufnehmen. Für Menschen mit Diabetes mellitus beträgt die empfohlene Menge an Fett bis zu 35 Prozent der täglichen Nahrungsaufnahme, bis zu 30 Prozent bei Übergewicht. Bei einer Kost von 1.800 kcal pro Tag wären das umgerechnet 60-70g Fett.

Ungünstige Fette vermeiden

In der Regel essen heutzutage viele Menschen mehr Fett, als ihnen gut tut, und oftmals das falsche. Wie viel ungesundes Fett wir täglich aufnehmen, ist uns meist nicht bewusst: In Fertigprodukten, süßen und salzigen Snacks sowie Fertiggerichten stecken oft viel Fett und ungünstige Transfettsäuren.

Tierische Lebensmittel wie Ei, Fleisch, Käse, Wurst und Milchprodukte sind meist fettreich und liefern vor allem gesättigte Fettsäuren. Bei Diabetes sollten gesättigte Fettsäuren und Transfettsäuren zusammen nicht mehr als 10 Prozent der Gesamttagesenergie liefern. Bestehen zudem Probleme mit den Cholesterinwerten, sollten sie nur acht Prozent der Tagesenergie ausmachen. Wählen Sie daher am besten fettarme Produkte und entfernen Sie sichtbares Fett, z.B. bei Fleisch und Wurstwaren.

Fett- und Cholesteringehalt tierischer Lebensmittel (PDF von vitanet.de)


Mehr ungesättigte Fettsäuren
Verwenden Sie beim Kochen am besten Fette und Öle, die reichlich ungesättigte Fettsäuren enthalten, z.B. Rapsöl oder Oliven- und Sojaöl. Streichfett sollte sparsam zum Einsatz kommen. Wer darauf nicht verzichten will, kann spezielle Diätprodukte verwenden.

Vitalstoff Omega-3-Fettsäuren
Gönnen Sie sich ein bis zwei Portionen Seefisch pro Woche: Makrele, Seelachs und Co. sind reich an Omega-3-Fettsäuren, ein für Diabetiker wichtiger Vitalstoff.

Empfehlungen für Fett und Fettsäuren
  • Fett gesamt: 30–35 Prozent
  • Gesättigte Fettsäuren und Transfettsäuren < 10 Prozent, bei erhöhtem Cholesterin (LDL) < 8 Prozent
  • mehrfach ungesättigte Fettsäuren 7-8 Prozent
  • einfach ungesättigte Fettsäuren 10-20 Prozent
  • Cholesterin < 300 mg/Tag

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Eiweiß – der Baustein für Muskeln, Haut und Knochen

Eiweiß ist der Baustoff für unseren Körper. Besonders brauchen wir ihn für Muskeln, Haut und Knochen. Doch auch davon laden wir uns zu viel auf den Teller.

Last für die Nieren: zu viel Eiweiß
Zu viel Eiweiß schadet den Nieren, was gerade bei Diabetes mellitus ein ernstes Problem darstellt. Bei Menschen mit Diabetes sollte daher Eiweiß höchstens 10–20 Prozent der Tagesenergie liefern. Ausnahme: Bei Diabetes Typ 1 mit einer fortgeschrittenen Nierenerkrankung sollte man sich beim Eiweiß-Konsum an der Zehn-Prozent-Marke orientieren, d.h. nicht mehr als 0,8 g Eiweiß pro kg Körpergewicht täglich zu sich nehmen.

Steak oder Tofu? Tipps für gute Eiweißquellen
Eiweißlieferant Nr.1 sind für die meisten Menschen tierische Lebensmittel, also Eier, Fleisch und Milch. Oft sind tierische Eiweißquellen aber fettreich und enthalten ungünstige Transfettsäuren sowie Cholesterin. Dabei gibt es zahlreiche pflanzliche Alternativen: z.B. Soja, Hülsenfrüchte und Hefe. Pflanzliche und tierische Eiweißquellen lassen sich kombinieren, z.B. als Linsensuppe mit Würstchen oder mageres Putenschnitzel mit Naturreis und Gemüse. Fleisch sollte immer die kleinste Portion eines Tellergerichtes ausmachen!

Schwangere und Stillende haben einen erhöhten Eiweißbedarf!

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Vitamine, Mineralstoffe und Co.

Eine Folge von Diabetes mellitus ist oxidativer Stress. Der erhöhte Blutzucker kann zu einem Mangel an Antioxidantien führen, der Körper wird anfälliger für freie Radikale. Antioxidantien wie die Vitamine A, C und E sowie einige sekundäre Pflanzenstoffe sind in der Lage, freie Radikale zu neutralisieren. Sie beugen damit typischen Folgeschäden von Diabetes vor, z.B. Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße, der Beine oder der Augen. Antioxidantien finden sich vor allem in frischem Obst und Gemüse. Manchmal ist der Bedarf aber nicht allein durch eine vollwertige und ausgewogene Ernährung auszugleichen. Dann empfiehlt sich eine gezielte Nahrungsergänzung durch Vitalstoff-Präparate.

Mineralstoffe: gute Insulinwirkung
Auch Mineralstoffe sorgen dafür, dass der Stoffwechsel gut funktioniert. Mineralstoffe wie Chrom oder Magnesium haben z.B. an der Insulinwirkung oder der Verwertung von Blutzucker teil und sind deshalb besonders wichtig für Diabetiker. Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte enthalten reichlich Chrom und Magnesium.

Die wichtigsten Vitalstoffe bei Diabetes mellitus im Überblick

Wasser: das Lebenselixier
Da unser Körper zu 60 Prozent aus Wasser besteht und fast alle Vorgänge im Körper nur in Verbindung mit Flüssigkeit möglich sind, sollten Sie immer auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten: täglich mindestens zwei Liter, möglichst kalorienarm und alkoholfrei. In Extremsituationen oder bei bestimmten Erkrankungen ist der Bedarf noch höher. Ideal bei Diabetes sind zuckerfreie oder mit kalorienfreiem Süßstoff gesüßte Getränke.
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Getränke-Tipps bei Diabetes: Was und wie viel trinken?

Die meisten Menschen trinken zu wenig. Auch bei Diabetes sollten Sie mindestens 2 l pro Tag trinken! Am besten kalorienfreie bzw. kalorienarme Getränke wie Mineralwasser, Früchte- oder Kräutertee sowie kalorienfrei gesüßte Limonaden.


Optimale Getränke bei Diabetes: kalorienfreie oder kalorienarme Durstlöscher
  • Mineralwasser, bei Bluthochdruck mit einem Chlorid-Gehalt (Cl) von <300 mg/l
  • Tee in allen Variationen, außer Instant-Tee mit Zuckerzusatz
  • Kaffee oder Espresso, Malz- oder Getreidekaffee, mit kalorienfreiem Süßstoff gesüßt. Achtung: Instant-Kaffee-Pulver enthält Zucker. Bei Kaffee-Spezialitäten mit Milch oder Kakao wie Latte Macchiato oder Cappuccino auf den Kaloriengehalt achten.
  • kalorienfreie, mit Süßstoff gesüßte Limonade
  • selbst gemixte Fruchtsaftschorlen: ein Teil Fruchtsaft zu 10 Teilen Wasser
Gefährlich: Getränke, die den Blutzucker schnell und stark erhöhen
  • grundsätzlich: mit Zucker gesüßte Getränke
  • Säfte: pure Fruchtsäfte auch ohne Zuckerzusatz, Fruchtsaftgetränke, Nektar und auch Diätfruchtsäfte sowie Frucht-Molke-Drinks
  • mit Zucker gesüßte Limonade, z.B. Cola
  • Getränke auf Sirupbasis
  • Gemüsesäfte mit Zucker oder Honig
  • Malzbier und alkoholfreies Bier mit Malzzucker
Kein Durstlöscher: Milch
Milch ist kein Durstlöscher, sondern ein vollwertiges Lebensmittel, für das Kohlenhydrate zu berechnen sind. Milch und Milchgetränke wie Buttermilch oder Kefir enthalten Milchzucker, ohne weitere Zusätze erhöhen sie den Blutzucker langsam. Trinken Sie ruhig bis zu 1/2 Liter fettarme Milch oder Milchgetränke täglich. Fertige Milchmixgetränke, Trinkjoghurt oder Instant-Kakaopulver hingegen enthalten viel Zucker und sind nicht empfehlenswert.


Alkohol bei Diabetes
Bei Diabetes müssen Sie nicht ganz auf Alkohol verzichten. Bis zu 10 g täglich sind für Frauen akzeptabel, für Männer bis zu 20 g Alkohol täglich. Bedenken Sie aber die Gefahr der Unterzuckerung und den Kaloriengehalt.

Wenn Sie Ihren Diabetes mit Insulin oder anderen Medikamenten behandeln, kann schon sehr wenig Alkohol Unterzucker verursachen. In diesem Fall sollten Sie den Genuss von Alkohol immer mit einer kohlenhydratreichen Mahlzeit verbinden.
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Das richtige Gewicht bei Diabetes

Das richtige Gewicht spielt für jeden Diabetiker eine wichtige Rolle. Insbesondere gilt es, Übergewicht zu vermeiden, da dieses die Insulinempfindlichkeit herabsetzt. Daher führt bei Menschen mit Diabetes Typ 2 in den meisten Fällen schon eine Gewichtsreduktion zu einer Verbesserung oder sogar zur Normalisierung der Blutzuckerwerte.


BMI – der Body-Mass-Index
Berechnen lässt sich das normale, anzustrebende Gewicht eines Menschen mithilfe des Body-Mass-Index (BMI = Körpergewicht in Kilogramm / Körpergröße in m²). Ein akzeptabler BMI liegt bei Frauen zwischen 19–24, bei Männern zwischen 20–25. Mit zunehmendem Alter steigt auch der empfohlene BMI-Wert.

Der Energiebedarf
Energiebedarf, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden eines Menschen hängen von der richtigen Energiezufuhr ab. Der Energiebedarf jedes Einzelnen wird durch sein Alter, Geschlecht, Körpergröße, Körpergewicht, Arbeitsleistung und/oder sportliche Aktivität bestimmt.
Energiebedarf bei Normalgewicht (70kg):
  • bei leichter Arbeit (z.B. am Schreibtisch): ca. 2.100 kcal
  • bei schwerer körperlicher Arbeit, Leistungssport: ca. 2.800 kcal
  • bei Schwerstarbeit, Hochleistungssport: ca. 3.500 kcal
Nur wenn Sie weniger essen, als Sie an Energie verbrauchen, verringern Sie auf Dauer Ihre Fettdepots im Körper. Um 1 kg Fettgewebe abzubauen, müssen Sie ca. 7.000 kcal einsparen.

Eine effektive Gewichtsabnahme erreichen Sie nicht mit Radikaldiäten, sondern mit einer kalorienreduzierten Ernährungsumstellung und ausreichender Bewegung!
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Leben mit Diabetes

Den einzig richtigen Weg, mit Diabetes zu leben, gibt es nicht. Sie müssen für sich selbst entscheiden, wie Sie „Ihren“ Diabetes annehmen und in den Alltag einbinden. Wir möchten Ihnen aber mit einigen Tipps und Denkanstößen dabei helfen.

Im folgenden Text erfahren Sie, wie Sie mit der Diagnose Diabetes in Alltag und Familie, im Beruf und in der Freizeit, z.B. beim Sport umgehen können.

Außerdem verraten wir Ihnen, worauf Sie als Diabetiker besonders achten sollten, z.B. in der Erkältungszeit, bei der Zahnpflege oder beim Thema Diabetes und Rauchen. Daneben finden Sie hilfreiche Tipps zu den Themen Sexualität und Psyche.

Mit Motivationstipps möchten wir Ihnen helfen, Ihre selbst gesteckten Ziele zu erreichen und für Krisen gewappnet zu sein.
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So finden Diabetiker einen kompetenten Arzt

Bewegung, vernünftige Ernährung, Rauchstopp – ein gesunder Lebensstil ist für einen Diabetes-Patienten entscheidend. Ebenso wichtig ist allerdings eine gute ärztliche Behandlung. Schließlich lässt sich durch eine sorgfältige Kontrolle und Einstellung des Blutzuckers das Risiko für diabetische Spätfolgen erheblich reduzieren. Wie aber finden Sie einen kompetenten Arzt?

Am besten aufgehoben sind Diabetiker bei einem Arzt mit einer diabetologischen Zusatzausbildung. Die meisten dieser Ärzte haben diese Zusatzausbildung bei der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) erworben und führen die Bezeichnung „Diabetologe (DDG)“ auf ihrem Praxisschild. Zunehmend wird es auch Ärzte geben, die während ihrer Facharztausbildung tiefgehende klinische Kenntnisse über die Zuckerkrankheit erwerben. Denn seit einiger Zeit erlaubt die Bundesärztekammer, im Fach Innere Medizin den Schwerpunkt Diabetologie zu wählen.

Hilfreich bei der Suche nach einem Diabetologen sind:
  • das Internet: Viele niedergelassene Ärzte haben inzwischen eine Homepage, auf der sie auch ihre Zusatzausbildungen erwähnen.
  • Krankenkassen: Sie können in der Regel schnell darüber Auskunft geben, wo in Nähe des Wohnorts sich ein Arzt mit diabetologischer Zusatzausbildung befindet. Die Krankenkassen haben ein reges Interesse daran, diese Auskunft zu erteilen, da eine Behandlung bei einem Experten unter dem Strich meistens die Behandlungskosten verringert.
Wer es vorzieht, bei seinem vertrauten Hausarzt zu bleiben, sollte sich vergewissern, dass dieser den Diabetes so behandelt, wie es Experten fordern. Es gibt eine Reihe von Kriterien, an denen auch der Patient erkennen kann, ob er mit seinem Diabetes bei einem Arzt gut aufgehoben ist.

Ein Arzt, der die Diabetes-Krankheit ernst nimmt
  • misst neben dem normalen Blutzuckerwert auch regelmäßig den HbA1c-Wert. Dieser Wert ist so etwas wie das „Blutzuckergedächtnis“ und sollte alle drei Monate kontrolliert werden.
  • untersucht den Urin mithilfe eines speziellen Tests alle sechs Monate auf Eiweiß (Albumin). So kann der Arzt Nierenschäden bereits im Frühstadium feststellen.
  • kontrolliert die Füße des Diabetes-Patienten regelmäßig auf Hautgeschwüre (Ulcera) und entzündliche Druckstellen.
  • misst bei jedem Besuch seines Patienten den Blutdruck. Ein moderater Blutdruck ist extrem wichtig, da er die Gefäßschäden, die für den Diabetes typisch sind, in Grenzen halten kann.
  • überweist seinen Patienten zu einem Augenarzt. Experten sind überzeugt: Die meisten erblindeten Diabetiker könnten noch sehen, wenn sie rechtzeitig zum Augenarzt gegangen wären. Die Augenkontrolle sollte einmal im Jahr stattfinden.
  • weist Sie darauf hin, dass Sie durch Änderungen Ihres Lebensstils die Zuckerkrankheit beeinflussen können. Die Krankenkassen und der Deutsche Diabetiker Bund wissen, wo und wann Schulungen stattfinden.
  • rät zu einem Diabetiker-Pass. Der Pass garantiert eine komplette und regelmäßige Kontrolle aller diagnostischen Werte, die für die Erkrankung relevant sind. Der Pass ist in Diabetiker-Schulungen zu erhalten.

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Motivation und persönliche Ziele in der Diabetestherapie

Eine dauerhafte Motivation kann nur aus Ihrer eigenen Überzeugung kommen. Das ist der Fall, wenn Sie mit den Zielen, die Sie sich stecken, im Einklang sind. Dennoch wird es immer wieder Phasen mit Motivationsproblemen geben. Sie können sich selbst unterstützen, indem Sie beispielsweise bei der Dokumentation der Stoffwechselsituation nicht nur Entgleisungen festhalten, sondern auch positive Punkte wie einen guten Stoffwechsel in einer schweren Situation (z.B. bei einer längeren Wanderung) vermerken. Achten Sie immer wieder darauf, was Sie selber motiviert und welche Situationen für Frust sorgen.

Persönliche Ziele formulieren
Wenn Sie etwas verändern möchten, dann nehmen Sie sich die Zeit, Ihre Ziele genau zu überdenken und aufzuschreiben. Was genau möchten Sie erreichen (z.B. nicht nur „Ich möchte abnehmen“, sondern: „Ich möchte in sechs Monaten fünf Kilo abnehmen“)? Stellen Sie sich vor, wie es sein wird, wenn Sie Ihr Ziel erreicht haben (z.B. „Ich werde beim Treppensteigen nicht mehr so leicht außer Atem kommen“). Planen Sie den Weg in kleinen Schritten, die Sie sich gut vorstellen können, und denken Sie im Voraus über Stolpersteine nach und darüber, wie Sie diese umgehen wollen. Mit einem genau überdachten Plan fällt es leichter, ein Ziel zu verfolgen!

Quellen zum Kraftschöpfen
Es ist normal, dass die Motivation irgendwann einmal nachlässt – der Diabetes ist hier keine Ausnahme. Sollten Sie also nicht immer voll um die Diabetes-Therapie bemüht sein, ist das nicht tragisch. Sollte ein Motivationstief länger anhalten, dann halten Sie inne und fragen sich, woran das liegen könnte: Fühlen Sie sich nicht ausreichend unterstützt? Haben Sie Schwierigkeiten, die Erkrankung zu akzeptieren? Haben Sie private Probleme? Fällt es Ihnen im Augenblick schwer, Ihre Ziele klar zu formulieren?

Nehmen Sie sich selbst ernst und überlegen Sie, wie Sie wieder Energie und Motivation auftanken können. Nehmen Sie Hilfe von Ihrem Partner, der Familie und Freunden an. Vielleicht kann auch ein Gespräch mit Ihrem Arzt oder Diabetesberater aus der Krise führen. Mehr Zeit für sich selbst oder ein längerer Urlaub können manchmal Wunder bewirken.

Erfahrungsaustausch hilft in Krisensituationen
Ein weiterer Weg aus Krisen ist der Erfahrungsaustausch mit anderen Betroffenen. Das Gespräch in einer Diabetes-(Selbsthilfe-)Gruppen kann neue Anstöße geben und auch über Tiefs hinweghelfen. Zusätzlich lassen sich in der Gruppe Ziele, z.B. regelmäßige Bewegung, leichter einhalten.
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Diabetes und körperliche Bewegung

Beim Thema Diabetes und Bewegung sind zwei Aspekte von besonderem Interesse: Bewegung und Sport ist für viele Menschen zwar ein wichtiger Bestandteil der Freizeit, Diabetiker müssen dabei aber einige Besonderheiten beachten. Daneben wirkt sich regelmäßige Bewegung positiv auf den Stoffwechsel aus, was Bewegung zu einem Teil der Therapie bei Diabetes Typ 1 und Typ 2 macht.

Körperliche Aktivität senkt den Blutzucker
Durch Bewegung und Sport reagiert der Körper sensibler auf Insulin und es verbessert sich die Zuckerverwertung. Bei insulin- oder tablettenbehandelten Diabetikern kann es dadurch zur Unterzuckerung kommen. Als vorbeugende Maßnahme sollte beim Sport die Insulin- oder Tablettendosis abgesenkt oder die Kohlenhydratzufuhr gesteigert werden.

Engmaschige Blutzuckerkontrolle bei Diabetes Typ 1 und Sport
Vor allem als Typ-1-Diabetiker müssen Sie beim Sport Insulindosis, Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme und körperliche Belastung genau aufeinander abstimmen. Dazu kontrollieren Sie über einen längeren Zeitraum die Blutzuckerwerte vor, während und nach dem Sport. Im Voraus ist eine ausführliche Beratung durch den behandelnden Arzt anzuraten. Auf keinen Fall sollten Sie bei hohen Blutzuckerwerten oder positivem Azetontest Sport treiben. Durch die Information von Trainern und Trainingspartnern über Warnsignale und Notfallmaßnahmen bei Unterzuckerung gewinnen Sie mehr Sicherheit.

Einfluss von Bewegung und richtiger Ernährung bei Diabetes Typ 2 wird unterschätzt
Die mühsame Anpassung von Bewegung und Blutzuckereinstellung gilt bei Diabetes Typ 2 nur bedingt. Als Typ-2-Diabetiker können Sie nahezu ohne Einschränkung Sport treiben, allerdings sollten Sie sich vorher vom Arzt beraten lassen.

Typ-2-Diabetiker profitieren besonders stark von körperlicher Aktivität und gesunder Ernährung – Blutzuckereinstellung, Blutdruck und Blutfettwerte werden deutlich verbessert, in manchen Fällen wird sogar die Therapie mit Medikamenten überflüssig.

Wann, wie oft und welche Sportart?
Vor allem Ausdauersport, der Herz-Kreislauf-System und Atmung beansprucht, ist Diabetikern zu empfehlen. Wählen Sie z. B. unter Dauerlauf (Jogging), Schwimmen, Gymnastik, Radfahren, Ballspielen, Bergsteigen und Krafttraining die Sportart aus, die Ihnen am meisten Spaß bereitet. Doch häufig verbinden Menschen mit körperlicher Aktivität nicht Freude, Entspannung und Wohlempfinden, sondern negative Gefühle wie Erschöpfung und Gliederschmerzen. Folgende Tipps sollen Ihnen helfen, dauerhaft aktiv zu werden und Freude daran zu haben:
  • Beginnen Sie das Training langsam und steigern Sie es stufenweise.
  • Halten Sie sich an ein systematisches Trainingsprogramm mit Aufwärmphase, Trainingsphase und Abkühlphase.
  • Bewegen Sie sich regelmäßig – am besten täglich – 30 Minuten und mehr.
  • In der Gruppe macht Sport noch mehr Spaß und die Motivation ist größer.
Wenn Sie es schaffen, Sport in Ihr Leben einzubauen, werden Sie nicht nur mit einer besseren Diabeteseinstellung, sondern auch mit Fitness, Wohlbefinden und einer verbesserten Lebensqualität belohnt.
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Diabetes und Rauchen

Eine schlechte Nachricht für Raucher: Nachdem Rauchen schon lange als Risikofaktor für Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen gilt, ist nun auch bekannt, dass Rauchen zusätzlich ein unabhängiger Risikofaktor für die Entstehung von Diabetes Typ 2 ist.

Rauchen verschlechtert die Wirkung von Insulin
Raucher haben deutlich häufiger eine gestörte Glukosetoleranz – mitverantwortlich für einen Diabetes Typ 2 – als Nichtraucher. Die Auswirkung des Rauchens geht so weit, dass auch Passivraucher eine höhere Glukosetoleranz und damit Anzeichen von Diabetes Typ 2 aufweisen. Die gute Nachricht: Zwischen Ex-Rauchern und Nichtrauchern besteht kaum noch ein Unterschied bezüglich des Erkrankungsrisikos.

Rauchen und diabetische Folgeerkrankungen
Rauchen ist für die Entwicklung diabetischer Folgeerkrankungen ein wichtiger zusätzlicher Risikofaktor. So treten Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall, Nervenerkrankungen an Beinen und Füßen, Durchblutungsstörungen, Fußprobleme und bei Männern Erektionsstörungen bei rauchenden Diabetikern häufiger auf. Besonders das Risiko für diabetische Nierenerkrankungen ist bei Rauchern deutlich erhöht. Insgesamt verkürzt Rauchen bei Diabetikern die Lebenserwartung, und zwar in Abhängigkeit von der Dauer des Rauchens und der Anzahl der gerauchten Zigaretten.

Nichtrauchertraining für Diabetiker besonders wichtig!
Aufgrund der erhöhten gesundheitlichen Gefahren durch das Rauchen haben Nichtrauchertrainings für Diabetiker eine besondere Wichtigkeit! Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, welches Therapieangebot für Sie geeignet ist.
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Diabetes im Alltag

Erinnern Sie sich daran, als der Arzt Ihnen die Diagnose Diabetes mitgeteilt hat? Bei vielen ist es, als fielen sie in ein tiefes Loch. Doch um sich nicht vom Diabetes beherrschen zu lassen, ist es wichtig, die Krankheit zu akzeptieren.

Lebensgewohnheiten neu definieren
Sie selbst haben den größten Einfluss auf den Krankheitsverlauf! Überdenken Sie im Zusammenhang mit Ihrem Diabetes Ihre bisherigen Lebensgewohnheiten: Ihre Lebensziele, Ihre Ernährungsgewohnheiten, den Stellenwert von körperlicher Bewegung und andere Dinge. Welche Gewohnheiten möchten Sie verändern, was möchten Sie Neues ausprobieren? Eine Diabetesschulung vermittelt das nötige Wissen für den Umgang mit Diabetes und bietet gleichzeitig konkrete Hilfe bei der Veränderung von Lebensgewohnheiten an. Letztlich müssen Sie selbst aus den zahlreichen Möglichkeiten für Therapie und Lebensführung die Passenden für sich und Ihre Lebensziele auswählen. Das kann aufgrund der vielen Lehrmeinungen verwirrend sein. Das Gute daran ist: In einer modernen Diabetes-Therapie gibt es keine generellen Verbote!

Ausrichtung der Diabetes-Therapie
Teilen Sie Ihrem Arzt oder Diabetesberater Ihre Wünsche und Ziele mit, sodass die Diabetestherapie an Ihren Alltag angepasst werden kann. Der richtige Arzt für Sie ist derjenige, der Sie in Ihrer Therapie Ihren Zielen entsprechend unterstützt und nicht mit der Flut an Informationen alleine lässt.

Selbstmanagement
Die Basis für das Selbstmanagement der Diabetestherapie ist Selbstverantwortung. Sie müssen Ihre Ziele definieren, aus zahlreichen Möglichkeiten eine Auswahl treffen, sich mehrmals täglich mit Ihrem Stoffwechsel beschäftigen und sich dabei selbst motivieren. Hinzu kommt, dass Sie nicht nur bei der Diabetes-Therapie, sondern auch „im richtigen Leben“ mit Rückschlägen und Neuanfängen konfrontiert werden. Stecken Sie deshalb Ihre Ziele nicht zu hoch: Wenn Erfolgserlebnisse zu selten und Misserfolge umso häufiger sind, führt das auf Dauer zu Frustration.
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Diabetes in Familie und Partnerschaft

Diabetes beeinflusst nicht nur den Diabetiker selbst, sondern auch Partner, Familie und Freunde.

Unterstützung verbessert den Therapie-Erfolg
Für Diabetiker ist eine gute Unterstützung durch Partner, Kinder, Angehörige und Freunde sehr hilfreich, während eine mangelnde Unterstützung eine zusätzliche Erschwernis in der Diabetestherapie darstellt. Doch Unterstützung kann nicht nur positiv, sondern auch negativ erlebt werden. Vor allem Jugendliche haben häufig das Problem, dass durch Überfürsorglichkeit und Einmischung in die Privatsphäre der eigenverantwortliche Umgang mit dem Diabetes gestört wird. Daneben können zu große Sorgen nahestehender Menschen beim Diabetiker ein Gefühl von Einengung erzeugen.

Auch das Umfeld ist betroffen
Nicht nur der Diabetiker selbst, auch Partner, Familie und Freunde müssen zunächst die Situation akzeptieren und lernen, mit dem Diabetes umzugehen. Als Angehöriger finden Sie leichter durch die Phasen von Angst, Hoffnung und Zweifeln bis hin zu Ihrer Rolle in der Unterstützung des Erkrankten, wenn Sie sich über Diabetes informieren. Wenn Sie viel über Diabetes, den Umgang mit Blutzuckermessgerät und Insulin und die Ernährung wissen, fühlen Sie sich nicht mehr so unsicher. Und vielleicht tun Sie auch sich selbst etwas Gutes, wenn Sie den Diabetiker bei der Umstellung von Ernährung und Bewegung unterstützen.

Diabetes in der Partnerschaft
Es gibt kein Patentrezept für eine gute Partnerschaft, aber es gibt Unterschiede zwischen glücklichen und weniger glücklichen Paaren.

Glückliche Paare bestärken sich gegenseitig und vermitteln dem Partner das Gefühl, ihn anzunehmen, wie er ist. Dagegen sind ein ständiges schlechtes Gewissen, durch den Diabetes eine Belastung zu sein oder unausgesprochene Vorwürfe wegen der Diabetes-Erkrankung Gift für eine gute Partnerschaft. In einer guten Beziehung sollten Sie über alles sprechen können. Diskutieren Sie auch über die alltäglichen Erlebnisse, Sorgen und Nöte rund um den Diabetes und versuchen Sie, die Position des jeweils anderen zu verstehen.

Im Alltag können feste Regeln für einige Bereiche Stress vermeiden. Wenn Sie z.B. in einer stressfreien Zeit aushandeln, wie das Verhalten bei Unterzuckerung sein sollte, so können Sie in dieser angespannten Situation Stress vermeiden. Schnell kommt es sonst zu Vorwürfen, weil sich Diabetiker unnötig kontrolliert und der Partner sich mit seinem Hilfsangebot brüsk zurückgewiesen fühlt.

Für eine zufriedene Partnerschaft sollten Sie vor allem gemeinsame Interessen pflegen. Stellen Sie dabei den Diabetes nicht in den Mittelpunkt Ihrer Partnerschaft, sondern ziehen Sie die Kraft für den Alltag und den Diabetes aus anderen gemeinsamen Aktivitäten.
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Diabetes und Sexualität

Viele Menschen sind davon betroffen, dennoch ist es immer noch ein Tabuthema: Diabetes führt bei vielen Betroffenen zu sexuellen Störungen. Etwa jeder zweite männliche Diabetiker, das sind mehr als doppelt so viele wie im Bevölkerungsdurchschnitt, leidet an sexuellen Störungen. Bei Diabetikerinnen ist der Einfluss auf die Sexualität noch wenig erforscht, doch auch bei Frauen mit Diabetes kommt es überdurchschnittlich oft zu sexuellen Störungen.

Häufige körperliche Ursache für sexuelle Störungen bei Diabetikern
Durch die Diabetes-Erkrankung werden auch die Nerven im Genitalbereich allmählich geschädigt, es kommt zur sogenannten autonomen Neuropathie. Bei Männern macht sich diese in einer fortschreitenden Erektionsstörung bis hin zur Impotenz bemerkbar. Bei Frauen wird durch die Nervenschädigung die Erregungsphase ebenfalls gestört: Lubrikationsstörungen – das mangelnde Feuchtwerden der Schleimhäute – sind doppelt so häufig wie bei Nichtdiabetikerinnen.

Diagnose und Behandlung der Impotenz beim Mann
Die Impotenz des Diabetikers kann neben einer Neuropathie noch weitere Ursachen haben. Neben akuten Störungen durch einen hohen Blutzucker und Langzeitfolgen wie Durchblutungsstörungen können auch Nebenwirkungen von Medikamenten (z.B. Betablocker), Hormonstörungen oder andere Erkrankungen für sexuelle Störungen verantwortlich sein. Bei etwa jedem zweiten Diabetiker spielen seelische Probleme eine große Rolle.

Zu Beginn der Behandlung sollte ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt stehen, darauf baut die weitere Diagnosestellung auf. Mit potenzsteigernden Medikamenten kommt bei etwa 60 Prozent der Diabetiker eine Erektion zustande, und auch mit anderen Therapien von Erektionsstörungen kann Diabetikern gut geholfen werden. Auch psychologische Beratung und Psychotherapie haben bei sexuellen Störungen einen hohen Stellenwert.

Behandlung von sexuellen Störungen bei Frauen mit Diabetes
Störungen der Sexualität aufgrund von Diabetes werden bei Frauen den Beschwerden entsprechend behandelt. Mangelndem Feuchtwerden der Schleimhäute kann mit Gleitcremes oder einem verlängerten Vorspiel entgegengewirkt werden. Daneben kann eine bessere Einstellung des Blutzuckers die Schleimhautfunktion und auch die allgemeine Stimmungslage günstig beeinflussen. Bei Diabetikerinnen kommt es, vor allem bei schlechter Blutzuckereinstellung, häufiger zu Scheiden- oder Harnwegsinfektionen. Diese sollten rasch und gründlich behandelt werden. Die psychologische Beratung und Psychotherapie haben auch bei sexuellen Störungen von Frauen einen hohen Stellenwert.

Wie gehe ich mit sexuellen Problemen in der Partnerschaft um?
Sexuelle Störungen haben häufig einen sehr starken Einfluss auf das Selbstwertgefühl und das allgemeine Wohlbefinden. Zusätzlich entsteht beim Partner oft Unsicherheit und Verwirrung. Neben der Therapie der gestörten Sexualfunktion ist deshalb ein offenes Gespräch der Betroffenen wichtig, in dem sie sich sowohl über die sexuellen Störungen als auch über ihre Gefühle austauschen.
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Diabetes und Psyche

Diabetiker haben gegenüber Menschen ohne Diabetes ein etwa doppelt so hohes Risiko, an einer Depression zu erkranken. Das Risiko, an Angststörungen zu erkranken, ist dagegen gleich hoch.

Depression und schlechte Blutzuckereinstellung
Häufig geht das Auftreten einer Depression mit Problemen in der Diabetestherapie im Alltag einher. Eine ungünstige Blutzuckerlage mit hohen HbA1c-Werten, das Auftreten diabetischer Folgeerkrankungen und schwere, wiederkehrende Unterzuckerungen sind häufig Grund für steigende Therapieunzufriedenheit und erheblich verminderte Lebensqualität. Diese Belastungen begünstigen offenbar das Auftreten einer Depression. Zusätzlich können sich Diabetes und Depression gegenseitig verstärken.

Anzeichen einer Depression
Jeder Mensch ist manchmal niedergeschlagen oder depressiv verstimmt. Hält dieser Zustand über einen längeren Zeitraum an, so könnte eine Depression dahinter stehen. Anzeichen einer Depression sind unter anderem traurige Stimmung, Interessensverlust, Antriebsverlust, mangelnde Freude an sonst freudigen Ereignissen und gesteigerte Ermüdbarkeit, die länger als zwei Wochen anhalten. Auch ein Verlust des Selbstwertgefühls, unbegründete Selbstvorwürfe, Schlafstörungen, Angstgefühle, Appetitstörungen oder Selbstmordgedanken können auf eine Depression hinweisen. Wenn Sie diese Anzeichen an sich feststellen, sollten Sie sich an Ihren Arzt wenden: Die Diagnose ist in einem Gespräch im Allgemeinen einfach zu stellen.

Gute Therapieerfolge bei der Behandlung von Depressionen
Für die Behandlung einer Depression ist die Grundvoraussetzung die Einsicht, an einer Depression erkrankt zu sein. Die Therapieerfolge sind sehr gut: 80 Prozent der Erkrankten werden erfolgreich behandelt. Die wichtigsten Therapiemaßnahmen sind therapeutische Gespräche (Psychotherapie) und Medikamente gegen Depressionen (Antidepressiva). Besonders geeignet für Diabetiker sind Medikamente vom Typ der Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI).
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Diabetes im Beruf

Berufswahl bei Diabetes
Auch bei Diabetikern sollte sich die Berufswahl in erster Linie nach Neigungen, Begabung und Fähigkeiten richten. Auf keinen Fall sollte die Wahl des Berufes an gefährlichen Arbeiten, die während der Ausbildung, nicht aber im späteren Berufsleben gefordert sind, scheitern (z.B. Drehmaschinen bei Technischen Zeichnern, Bereitschaftsdienst bei Pflegeberufen). Manche Berufe sind allerdings für Diabetiker weniger geeignet, vor allem, wenn durch eine mögliche Unterzuckerung Gefahren für den Diabetiker wie für andere entstehen.

Diagnose Diabetes im Berufsleben
Tritt der Diabetes später im Berufsleben auf, so kann eine diabetesbedingte Einschränkung die Ausübung des Berufes beeinträchtigen (z.B. Außendiensttätigkeit oder Schichtarbeit mit sehr unregelmäßigem Tagesablauf). Klären Sie in diesem Fall zunächst, ob Sie Ihre Erfahrungen in einer anderen Tätigkeit im Betrieb einbringen können. Erst, wenn dieser Weg nicht möglich ist, sollten Sie über eine Umschulung nachdenken.

Berufe mit Selbst- oder Fremdgefährdung sind weniger geeignet
Als Diabetiker sollten Sie berücksichtigen, dass die Neigung zur Unterzuckerung(Hypoglykämie) eine Einschränkung bei der Berufswahl darstellen kann. Denn bei Hypoglykämie ist die Leistungsfähigkeit, wenn auch nur kurz, vermindert und es kann sogar zur Bewusstseinstrübung kommen. In manchen Berufen können schwere Hypoglykämien eine Selbst- oder Fremdgefährdung bedeuten. Folgende Berufe sind deshalb für Diabetiker weniger geeignet:
  • Berufliche Personenbeförderung oder Transport gefährlicher Güter (z.B. Pilot, Busfahrer)
  • Überwachungsfunktionen mit alleiniger Verantwortung über das Leben anderer (z.B. Fluglotse)
  • Waffengebrauch (z.B. Polizist, Soldat)
  • Absturzgefahr oder andere gefährliche Arbeitsplätze (z.B. Dachdecker, Schornsteinfeger)
  • Arbeiten im Überdruck und Taucharbeiten
  • Arbeiten weitab von jeglicher Zivilisation
Einige Berufe erschweren die Diabeteseinstellung und bergen Risiken
Tätigkeiten, bei denen der Tagesablauf nicht ausreichend vorausplanbar ist, können die Diabeteseinstellung erschweren. Dazu zählen sehr unregelmäßige Essenszeiten, stark wechselnde körperliche Belastung oder fehlende Möglichkeiten zum Zuckermessen und Insulin spritzen. Auch durch diabetische Folgeerkrankungen, z.B. an den Augen, können weitere berufliche Einschränkungen entstehen. Daneben sollten Diabetiker beachten, dass Belastungen durch starke Hitze, Überdruck oder ähnliches im Einzelfall gegen die Tätigkeit sprechen könnten. Generelle Einschränkungen sollten hier aber nicht gemacht werden.

Wann auf den Diabetes hinweisen?
Bewerber müssen nicht auf ihren Diabetes hinweisen und Fragen nach einem Diabetes –außer mit berechtigtem Hintergrund für die Tätigkeit – nicht (wahrheitsgemäß) beantworten. Anders sieht es mit der Frage nach Schwerbehinderung aus: Wird diese nicht wahrheitsgemäß beantwortet, kann das Arbeitsverhältnis aufgrund unwahrer Angaben angefochten werden.
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Diabetes und Schwangerschaft

Durch einen gut eingestellten Blutzucker und umfassende Betreuung der Schwangeren lässt sich heutzutage das Risiko für Mutter und Kind relativ gering halten. Eine Diabetikerin hat heute die Chance auf eine normale Schwangerschaft und kann ein gesundes Kind zur Welt bringen. Jedoch sollte sie möglichst schon bei der Planung der Schwangerschaft gemeinsam von einem Diabetologen und einem diabetologisch erfahrenen Gynäkologen betreut werden.

Von einer Schwangerschaft abgeraten wird Diabetikerinnen nach Herzinfarkt. Ein erhöhtes Risiko besteht bei Diabetikerinnen mit fortgeschrittener Nephropathie, schwerer Retinopathie und ausgeprägter arterieller Verschlusskrankheit der Beckenarterien.

Risiken für Mutter und Kind
Heutzutage kann den meisten Frauen mit Diabetes grundsätzlich zu einer Schwangerschaft geraten werden, wenn Kinderwunsch besteht.

Eine optimale Betreuung und Stoffwechseleinstellung von schwangeren Diabetikerinnen ist in Deutschland allerdings leider noch nicht Alltag. Insofern liegen die Zahlen sowohl für die Frühgeburtlichkeit als auch für kindliche Fehlbildung und Säuglingssterblichkeit immer noch über denen stoffwechselgesunder Frauen. Die Säuglingssterblichkeit ist vor allem durch die diabetische Fetopathie mit ungenügender Organreife, Mangelentwicklung und diversen Stoffwechselstörungen wie z.B. Unterzuckerungen begründet.

Relativ häufig sind bei schwangeren Diabetikerinnen die starke Zunahme der Fruchtwassermenge und ein abnormales Größenwachstum der Kinder (fötale Makrosomie). Bei der Geburt wiegen sie meistens mehr als 4.000 Gramm. Auf Grund der starken Gewichtszunahme kann es zu Problemen während der Geburt kommen, die auch für das Kind belastend sind.

Mütterlicherseits besteht ein erhöhtes Risiko für Bluthochdruck, Infektionen der Harnwege, der Scheide und des Gebärmutterhalses sowie zu Plazentainsuffizienz und vorzeitigen Wehen. Eine diabetische Retinopathie und/oder Nephropathie kann sich im Laufe der Schwangerschaft verschlechtern. Unter der Diabetesbehandlung können Unterzuckerungen, aber auch Ketoazidosen auftreten.

Sämtliche Risiken für Mutter und Kind lassen sich allerdings durch eine gute Blutzucker-Einstellung, möglichst schon vor der Schwangerschaft, minimieren bzw. verhindern. Während der gesamten Schwangerschaft und Geburt ist eine spezialisierte